Der Panama-Mann

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Roberto Peña vor einer Auswahl seiner Hüte im Showroom Foto: Haas

Hut-Experte Roberto Peña weiß alles über die berühmte Kopfbedeckung

Winterhude Fans von Werder Bremen tragen ihn mit grünem Hutband. Theodore Roosevelt, Nikita Chruschtschow und auch Napoleon Bonaparte bei seiner Verbannung auf die Insel St. Helena: Auch sie trugen Panamahüte – und zwar die echten, die ganz bestimmt aus Ecuador stammten. Dem amerikanischen Präsidenten verdanke die altbewährte Kopfbedeckung aus Ecuador ihren irreführenden Namen. Als „Ted“ Roosevelt 1907 die gigantische Baustelle besuchte, aus der gerade der Panamakanal entstehen sollte, ging das Konterfei des Präsidenten mit Hut um die Welt und heißt seitdem: „Panamahut“.
Roberto Peña Moncayo weiß alles über die edlen Kopfbedeckungen und er sorgt seit über 20 Jahren für ihr Comeback in Europa. „Sie sind von Hand gefertigt, aus der feinen, aber stabilen Faser der Toquilla-Palme. Und die gedeiht fast ausschließlich in meiner Heimat.“ Stolz zeigt der gebürtige Ecuadorianer auf seinen persönlichen „Montecristi“. Der sei schon 40 Jahre alt und halte „ein ganzes Leben lang“. Der klassische Hut mit dem schwarzen Band stamme aus den Manufakturen seiner Verwandten im ecuadorianischen Cuenca. Dort halten Onkel Don Aurelio Mora und dessen Tochter Carolina die Stellung.
Der Onkel brachte ihn auf die Idee, den Import der Hüte von Europa aus zu organisieren. In Sachen Panamahut „Made in Ecuador“ war er oft unterwegs auf internationalen Modemessen ebenso wie bei Großkunden in Südeuropa. Dort sind die luftigen Hüte wegen des Klimas besonders begehrt. Seit 2008 betreibt Peña den Import von Hamburg aus.
Im Februar 2014 hat er in dem kleinen Laden an der Alsterdorfer Straße 80, zusammen mit seiner Freundin und Geschäftspartnerin Friederike Vetter, eine „Tienda“ mit Showroom für seine edlen Stücke eingerichtet. Neben interessierten Passanten kommen dorthin auch die Einkäufer – vornehmlich aus Spanien, Portugal und der Türkei –, wenn sie die „Montecristi“ in diversen Ausführungen noch einmal begutachten wollen.
Dann wird in größeren Stückzahlen bestellt, Don Aurelio und Cousine Carolina kümmern sich in Cuenca um die Lieferung. Schon die oft Monate dauernde Herstellung der Hüte in Handarbeit sei eine Reise wert, schwärmt Roberto Peña. „Wer nach Ecuador kommt, sollte unbedingt einen Abstecher zu den Werkstätten rund um Cuenca einplanen.“
Sein perfektes Deutsch verdanke er dem Besuch des Colégio Alemán Humboldt in Südamerika. Danach absolvierte Peña ein Architektur-Studium in Bremen.
Doch sein Zeichentisch zu Hause wurde 1994 zum Wickeltisch, nach der Geburt seines Sohnes. Für den Lebensunterhalt der Familie sorgte fortan das Importgeschäft.
Wer den Laden betritt, sollte Zeit mitbringen. Denn Roberto Peña kann spannend und ausführlich über die ecuadorianische Kultur rund um den „Sombrero Panama“ erzählen. „Zum Erwerb eines Hutes brauche ich grundsätzlich länger als meine Frau, wenn sie Schuhe kauft“, gesteht er schmunzelnd. (wh)
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