Deutschlands dienstältestes Kabarettduo spielt in Hamburg

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Jan-Peter Petersen und Nils Loenicker (r.). in den Achtziger Jahren
 
Eine große Torte zum 20. Geburtstag von Alma Hoppes Lustspielhaus: Nils Loenicker (l.) und Jan-Peter PetersenFotos: Alma Hoppe/wb

Alma Hoppe sind seit 30 Jahren ein Künstlerpaar und seit 20 Jahren im Eppendorfer Lustspielhaus

Hamburg. „Bleib schön gesund, trink Alma Hoppe“, hieß es in den 1970-er Jahren. Der Fruchtsaft mit diesem Namen wird nicht mehr hergestellt. Das Eppendorfer Kabarettduo, das sich aus einer Laune heraus bei seiner Gründung 1984 so nannte, ist dafür umso lebendiger. Nils Loenicker und Jan-Peter Petersen, die sich hinter diesem Namen verbergen, unterhalten seit 30 Jahren mit ihrem überwiegend politischen Kabarett ihr Publikum. 51 Programme haben sie seit 1984 auf die Bühne gebracht. Rund 40.000 Menschen haben Petersen und Loenicker allein in Hamburg jährlich gesehen. Sie sind das dienstälteste Kabarettduo Deutschlands.

Künstlerische Heimat: Eppendorf

An der Uni fing alles an. Jan-Peter Petersen kam aus dem Kabarett der Gewerkschaften. Nils Loenicker hat Elektriker gelernt und fiel Petersen bei einer Gewerkschaftsveranstaltung auf. Fortan trat man gemeinsam auf – und tut es bis heute. Vier Jahre lang tingelten die beiden mit Polit-Kabarett und vornehmlich Hamburger Themen über die Kleinkunstbühnen, bis sie 1988 in Eppendorf ihre künstlerische Heimat im Kabarett Mon Marthe fanden. Auf dieser typischen Brettlbühne, vorn Kneipe, hinten 120-Plätze-Saal, zog Alma Hoppe ein sich rasant vermehrendes Stammpublikum an, so dass Petersen und Loenicker 1994 an Vergrößerung dachten und im neuen Gemeindehaus der St. Johanniskirche ihr Lustspielhaus mit 250 Sitzplätzen eröffneten, dass in diesem Jahr sein 20. Jubiläum feiert. Viele Gaststars aus dem Mon Marthe wie Helmut Ruge, Martin Buchholz oder Reiner Kröhnert wurden Stammgäste an der Ludolfstraße. Auch das Lustspielhaus entwickelte sich zur Erfolgsstory, zur festen Adresse der deutschen Kabarettszene. Neben Alma Hoppe treten alle namhaften Kabarettisten aus dem deutschsprachigen Raum auf. Das unsubventionierte Theater lebt von einer soliden Auslastung der Vorstellungen ohne große Schwankungen.

Kabarettfest im März

Einmal im Jahr, immer im März, wird der Geburtstag des Hauses mit einem Kabarettfest gefeiert, das im Jubiläumsjahr natürlich besonders glanzvoll ausfallen wird. Neben all den großen Namen aus vergangenen Tagen und Festen wie Hans Scheibner, Thomas Freitag, Richard Rogler, Max Goldt, Reiner Kröhnert, Erwin Grosche, Werner Koczwara oder Die Distel geben Herbert Knebl und die Jung-Kabarettisten Tobias Mann und Tobias Wopp ihr Debüt. Neun Schauspieler aus München spielen außerdem zum Abschluss die Komödie „Der nackte Wahnsinnn“.
Das Publikum darf sich neben geballter Komik auch auf bequemeres Sitzen freuen. Das Lustspielhaus erhält zum Jubiläum neues Gestühl mit gepolsterten Sitzflächen und 13 Grad geneigten Lehnen. Sponsoren, die einen ganzen Stuhl oder auch nur einen halben bezuschussen wollen, sind gern gesehen. Ihre Namen werden auf den Rückenlehnen verewigt. Und damit das Lustspielhaus noch besser gefunden wird, bekommen die Kabarettisten vom Bezirksamt Hamburg-Nord, quasi zum Geburtstag, die Erlaubnis, künftig zwei auf einen Rahmen gezogene, beleuchtete Banner von zwei mal drei Metern Größe mit der Aufschrift Lustspielhaus an der rechten und der linken Stirnseite des Hauses anzubringen. Quer über der Tür wird außerdem der Schriftzug „Alma Hoppes Lustspielhaus“ neu installiert. „So kann uns das Publikum von beiden Seiten bereits früh erkennen“, freut sich Nils Loenicker. Neue Bestuhlung und Banner sollen bis zum Kabarettfest fertig sein.
Was hat sich verändert in 30 Jahren Kabarett? „Comedy ist fast out, nur Qualität hat sich durchgesetzt“, sagt Nils Loenicker, der das klassische Kabarett wieder im Kommen sieht. Und davon lebt Alma Hoppes Lustspielhaus. (ch)
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