Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord nach der Wahl

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Sitzverteilung Hamburg-Nord

SPD braucht in Nord neuen Partner nach der Bezirkswahl

Bezirk Nord Die bisherige Koalition aus SPD und FDP hat keine Mehrheit mehr in der Bezirksversammlung, sie verlor zusammen acht Mandate. Möglich wären nun eine Große Koalition oder rot-grün. Möglicherweise könnten aber auch wechselnde Mehrheiten gesucht werden.
Die SPD ist mit einem Minus von 10,6 Prozentpunkten in Nord besonders gebeutelt. Ihr schlechtestes Ergebnis erzielte sie im Wahlkreis Winterhude (29,4 Prozent), ihr bestes in Langenhorn mit 43,3 Prozent.
„Wir sind natürlich enttäuscht und hatten auf mehr gehofft, aber die SPD ist immer noch die stärkste Fraktion. Das Ergebnis ist auch der geringen Wahlbeteiligung geschuldet. Wir werden jetzt mit CDU und Grünen Sondierungsgespräche führen“, sagte Kerstin Bake-Völsch, Kreisgeschäftsführerin der SPD Hamburg-Nord.
Vom Verlust der SPD konnte die CDU zumindest in Winterhude direkt profitieren, dort holte sie ihr bestes Resultat (27,0 Prozent). In Barmbek-Nord dagegen gab es für die CDU gerade einmal 17,5 Prozent – das ist das schlechteste Wahlkreisergebnis. Die Grünen holten im Wahlkreis 1 Hoheluft Ost/Eppendorf mit 24,1 Prozent ihr bestes Resultat, am wenigsten Stimmen gab es in Langenhorn (13,8 Prozent). Auch die Linke konnte insgesamt deutlich zulegen, ihre Hochburg ist Dulsberg mit 12,4 Prozent. Die Alternative für Deutschland kam erstmals in die Bezirksversammlung Nord, am meisten Stimmen holte sie in Langenhorn (4,8 Prozent). Auch den Piraten gelang der zum ersten Mal der Einzug in das Parlament, in Barmbek-Nord holten sie ihr bestes Ergebnis (5,2 Prozent). Die FDP schaffte die Drei-Prozent-Hürde, in Hoheluft-Ost/Eppendorf waren es sogar 6,1 Prozent.
„Ein bisschen mehr hätte ich mir gewünscht, aber die Tendenz ist klar: Die SPD hat ihre absolute Mehrheit in der Stadt verloren, die politischen Verhältnisse sind wieder offen“, sagte Dietrich Wersich, Kreisvorsitzender der CDU Nord. Carmen Wilckens, grüne Spitzenkandidatin, freut sich über das Ergebnis: „Mit diesem starken Team werden wir kraftvoll grüne Politik umsetzen. Mir liegt besonders die Verkehrspolitik am Herzen.“ Deniz Celik, Co-Sprecher des Bezirksvorstandes der Linken: „Die Steigerung unseres Stimmenanteils um fast 50 Prozent im Vergleich zur letzten Wahl ist eine tolle Bestätigung für unsere parlamentarische Arbeit.“ Er sei stolz auf das Ergebnis, sagte Jörn Kruse, Landesvorsitzender der AfD: „Wir werden uns jetzt in die Arbeit reinknien und lernen, Vieles wird die AfD mittragen.“ (rg)

Info: hamburg.de/bezirkswahlen
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