Diskussion um Verkehrsberuhigung

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Unterschiedliche Auffassungen der Fraktionen

Eppendorf. Der schwere Verkehrsunfall am 12. März vergangenen Jahres an der Kreuzung Eppendorfer Landstraße / Eppendorfer Baum - er bewegt weiterhin den Stadtteil, ja die ganze Stadt und auch die Kommunalpolitik. Gegen den Unfallverursacher wird gerade verhandelt. Im Regionalausschusses Eppendorf / Winterhude werden nach wie vor die unterschiedlichen Auffassungen zu den verkehrlichen Folgen des Unfalls debattiert.
Der Ausschuss hatte vier Forderungen der SPD zur Verkehrsberuhigung der Hauptstraßen, die an der Unfallkreuzung zusammenlaufen, mehrheitlich gegen die Stimmen der CDU beschlossen. Doch die Fachbehörden haben sie wie bereits andere Vorstellungen zur Verkehrsberuhigung wie zum Beispiel einen Kreisverkehr mit der Begründung der Unfall sei ein bedauerlicher Einzelfall und nicht auf die verkehrliche Situation der Kreuzung zurückzuführen abgelehnt. Christoph Ploß (CDU) stellte deshalb in der letzten Sitzung des Regionalauschusses triumphierend fest, die Verkehrsberuhigung nütze nicht.
Der SPD-Senat habe der Bezirks-SPD widersprochen. Die von der SPD geforderten Maßnahmen würden zu einem Verkehrsinfarkt führen, weil der Durchgangsverkehr in Nebenstraßen abgedrängt würde.
Die SPD verhalte sich in dieser Sache „aktionistisch“. Die Diskussion um verkehrsberuhigende Folgen des Unfalls vom 12. März 2011, bei dem vi chen starben, könne nun ad acta gelegt werden. Diese Aussage entsetzte den GAL-Abgeordneten Kai Elmendorf, der vehement darauf hinwies, dass die Debatte keineswegs beendet sei. Er sei gespannt, so Elmendorf, „was die SPD hinkriegt.“ Tobias Behnke (FDP) forderte Ploß auf, zur Sachlichkeit zurückzukehren. Die CDU betonte, dass sie einen kleinen Kreisel gut gefunden hätte, woraufhin Thomas Domres (SPD) sich rühmte, dass die SPD den „Kreiselwahnsinn“ gestoppt habe. „Der Kreisel passt nicht. Er hätte Autos in die Nebenstraßen verdrängt“, sagte Domres. Da sind GAL und auch die Linke mit der CDU. „Tempo 30 kostet nicht viel und bringt große Verkehrssicherheit“, findet Sabine Haas (Die Linke), die glaubt, dass das deutliche Votum der Fachbehörden gegen die Kreisellösung „eine Geldfrage“ sei. Das Votum für Tempo 30 in der Eppendorfer Landstraße brachte nun wieder Ekkehard Wersich, den Fraktionsvorsitzenden der CDU auf Zinne: „Das ist doch Augenwischerei. Sie ignorieren, was der HVV geschrieben hat.“ Der Verkehrsverbund hatte sich deutlich gegen eine Tempo-30-Lösung ausgesprochen, da die Busse bei Einführung einer Geschwindigkeitsbeschränkung nicht schnell genug vorankämen und durch ständiges Abbremsen die Sicherheit der Fahrgäste gefährdeten. Kreisel, Tempo 30, Verkehrsinfarkt - Lösungsvorschläge und Befürchtungen gibt es viele. Folgen für den Verkehr in Eppendorf hatte der schwere Unfall bislang nicht. Immerhin hat er eine hitzige Debatte ausgelöst, die nicht aufhört. (ch)
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