Drei Zentimeter sind für Rollstuhl zu viel

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Ein Hindernis für den Rollstuhl: die drei Zentimeter hohen Kanten der Verkehrsinsel Blumenstraße Foto: Hanke

Neue Verkehrsinsel In Winterhude ist nicht barrierefrei

Winterhude Die Maria-Louisen-Straße wurde kürzlich zwischen Leinpfad und Sierichstraße saniert und teilweise umgebaut. Auch unter dem Aspekt der Barrierefreiheit. Doch die neue Verkehrsinsel in der Einmündung Blumenstraße bereitet ausgerechnet Rollstuhlfahrern Probleme. Regelmäßig fährt Roswitha Weidner Rentner Klaus Trapp im Rollstuhl durch Winterhude. Trapp lebt im Altenwohn- und Pflegeheim St. Matthäus an der Ecke Maria-Louisen- und Blumenstraße. Seit dem Abschluss der Sanierungs- und Umbauarbeiten in der Maria-Louisen-Straße zwischen Leinpfad und Sierichstraße haben die beiden ein Problem, wenn sie die Blumenstraße gleich neben dem Altenheim überqueren wollen. Die Kanten der neuen Verkehrsinsel sind drei Zentimeter hoch. Zu hoch für einen Rollstuhl. Roswitha Weidner bugsiert das Gefährt nur mit Technik oder rückwärts über die Kanten und versteht nicht, warum die so hoch gebaut wurden. „Das soll barrierfrei sein? Das ist schon frech. Warum macht man es uns so schwer?“, ärgert sich die Winterhuderin. Doch „die Mittelinsel an der Einmündung Blumenstraße entspricht mit ihren auf drei Zentimeter Höhe abgesenkten Kanten grundsätzlich den Erfordernissen der Barrierefreiheit, wie sie im Regelungswerk PLAST 10 festgehalten sind. An dieser Stelle ist eine gemeinsame Nutzung durch Sehbehinderte und Rollstuhlfahrer vorgesehen. Die vorhandene Breite der Querung erlaubt keine bauliche Trennung mit unterschiedlicher Kantenhöhe“, antwortet das Bezirksamt Hamburg-Nord. Sehbehinderten hilft ein Absatz vor dem Überqueren der Fahrbahn. Daher versuchen die Straßenplaner Rollstühlen, Rollatoren und Blinden gleichermaßen gerecht zu werden. „Ein Zentimeter Kantenhöhe hätte für die Sehbehinderten gereicht. Das kann ich dann auch mit dem Rollstuhl schaffen“, entgegnet Roswitha Weidner. Die Einmündung Blumenstraße wird nun aber nicht noch einmal umgebaut. Immerhin: Bei künftigen Umbauten strebt das Bezirksamt „aufgrund der örtlichen Gegebenheiten“ getrennte Kantenhöhen für Sehbehinderte und Rollstuhlfahrer an. Für Roswitha Weidner und Klaus Trapp kaum ein Trost. Sie wird sich weiterhin mit den drei Zentimeter hohen Kanten der Verkehrsinsel abmühen müssen. (ch)
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