E-Mobilität mit Ladehemmung

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Foto: thinkstock

Am Borgweg blockieren Falschparker oft die Tankstation für Elektro-Autos

Von Nicole Kuchenbecker
Hamburg. Aufladen mit Hindernissen: Die Parkplatzsituation am Borgweg ist überschaubar. Parkplätze sind Mangelware und wenn Autofahrer der Suche müde sind, wird das Auto auch mal auf der Ladestation für Elektro-Fahrzeuge abgestellt. Und das, obwohl ein unübersehbares Hinweisschild die Folgen androht: Hier wird kostenpflichtig abgeschleppt. Doch in der Regel bleibt der Verstoß ohne nennenswerte Folgen. Markus Hahn (SPD) will das ändern: Die Fachbehörde im Bezirksamt soll sich nun mit den Falschparkern beschäftigen.

146 Ladestationen

„Unberechtigte Parker von Nicht-E-Mobilen blockieren häufig die Ladesäulen und die Elektroautos können so keine Energie ‚tanken‘“, sagt der SPD-Politiker. Daher sei er froh, dass der Verkehrsausschuss die Fachbehörde auffordere ein Konzept zu entwickeln, mit dem sichergestellt werden könne, dass die Parkplätze vor den E-Ladestationen zukünftig nicht durch Fremdparker blockiert würden. Durch Hamburgs Straßen fahren rund 1000 Elektro-Autos. Mit einer Tankfüllung Strom können sie maximal 140 Kilometer zurücklegen. Ist der Strom verbraucht geht es an eine der 146 öffentlichen Ladepunkte im Stadtgebiet. Da ist nichts ärgerlicher, als dass man an eine Ladestation fährt und diese von einem Falschparker blockiert wird. „Probleme mit zugeparkten Ladestationen gibt es leider tatsächlich - entweder durch ‚Fremdparker‘ oder durch Elektrofahrzeuge, die deutlich länger einen Parkplatz blockieren, als für den Ladevorgang erforderlich wäre“, sagt Vattenfall-Sprecherin Dr. Barbara Meyer-Bukow. Doch dieses Vergehen zu ahnden, ist nicht einfach.

Polizei nicht zuständig

Die Polizei beispielsweise ist überhaupt nicht zuständig. „Die Ladestationen unterliegen der Sondernutzung nach Paragraph 19 des Hamburgischen Wege-Gesetzes“, so Hartmut Herbst, Leiter der Abteilung Prävention und Verkehr im Polizeikommissariat 33, „und für die Durchsetzung dieser privaten Rechte sind wir
als Polizei nicht zuständig.“ Die Beamten dürfen dort weder Knöllchen verteilen, noch das Abeschleppen veranlassen. Der Polizei sind also die Hände gebunden. „Der Schaden, der durch die ‚missbräuchliche‘ Benutzung der Sondernutzungsfläche und damit der Verhinderung des Ladevorgangs entstehen könnte, müsste von dem E-Mobil-Nutzer über den Inhaber der Sondernutzungsgenehmigung zivilrechtlich eingeklagt werden“, erklärt Herbst. Jetzt ist das Bezirksamt gefragt, eine Lösung zu finden.
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