Ein Chef für den Übergang

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Der neue Vorsitzende des Kommunalvereins in Groß Borstel: Hans-Heinrich Nölke Foto: Hanke

Hans-Heinrich Nölke (70) hat den Vorsitz im Kommunalverein übernommen

Groß Borstel Der Kommunalverein in Groß Borstel hat einen neuen Vorsitzenden. Die Nachfolge von Wolf Wieters hat Dr. Hans-Heinrich Nölke (70) angetreten. Der frühere Ingenieur ist bereits 15 Jahre Vorstandsmitglied des Kommunalvereins. Seit 1987 kennt er Groß Borstel, seit 2000 hat er hier seinen ersten Wohnsitz.
Nölke ist der Mann für die harten Themen im Vorstand. Er beschäftigt sich mit Verkehr und Wohnungsbau, hat entscheidend an der Initiative „Groß Borstel – jetzt gestalten wir“ aus dem Jahre 2007 mitgewirkt, die 2010 in einer Planungswerkstatt mündete. Wenn auch ohne Erfolg. Es sei schwierig, Behörden für Ideen zu gewinnen, die nicht von ihnen kommen, so Nölke.
Der neue Vorsitzende sieht Groß Borstel in einem Spannungsfeld zwischen Flughafen, Lufthansa und Airbus und be Bauplanungen „Dagegen können wir uns nicht durchsetzen. Wir müssen versuchen, zwischen Wirtschaft und Politk mit übergeordneten Interessen unser eigenes Dorf zu erhalten mit seinem Grün, seinem Kopfsteinpflaster und den letzten Reetdachhäusern“, sagt Nölke. Dafür wäre eine übergeordnete Planung notwendig. Die aber komme, so Nölke, nicht zustande, weil Industrie weit im voraus plant, Behörden aber eher kurzfristig auf Antrag agieren. Aber er gibt zu: „Wir in Groß Borsel profitieren auch von den Arbeitsplätzen hier im Stadtteil. Viele, die hier wohnen und arbeiten, haben kurze Wege.“
Was er beim Dauerthema Verkehr nicht verstehen kann, ist, warum die Borsteler Chaussee und der Weg beim Jäger nicht zu Tempo-30-Zonen erklärt werden. „Die Abstände der Autos werden bei Tempo 30 geringer. So kommen sie genauso schnell voran wie bei Tempo 50 und: Muss denn erst ein Unfall passieren?“, erläutert und fragt der neue Vorsitzende.
Die kulturelle und die Wohnqualität des Stadtteils beleben: das ist Nölkes Hauptziel. Die Belebung gestaltet sich nicht einfach, denn die wenigen Einzelhändler von Groß Borstel haben sich nicht zu einer Interessengemeinschaft zusammenfinden können. „Die Borsteler Chaussee ist im zentralen Abschnitt auch keine Augenweide“, findet Nölke. Zu viel gemischte Architektur.
Eine weitere wichtige Aufgabe für Nölke ist die Verjüngung des Kommunalvereins. „52 Prozent der Mitglieder sind über 65“, erzählt der neue erste Vorsitzende, der die Jugend für den Verein und für Führungsaufgaben gewinnen will. Sollte das gelingen, wird er zurücktreten. „Ich sehe mich als Übergangsvorsitzenden“, so Nölke. 1023 Mitglieder hat der Kommunalverein derzeit. „500 sind seit 2000 neu eingetreten“, erzählt der neue Vorsitzende stolz. Und noch eine Zahl, die beeindruckt: 13 Prozent der Borsteler Bevökerung sind Mitglied in „ihrem“ Kommunalverein. Da müssten sich doch jüngere Führungskräfte finden – hofft der 70-Jährige. (ch)
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