Ein „echter Eppendorfer“

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Helmuth Ebert bei der Arbeit: an seiner Staffelei entsteht ein Bild nach einem Motiv aus der Provence Foto: Hanke

Maler Hartmuth Ebert zieht es immer wieder in die Heimat zurück

Hamburg. Er liebt die Provence, seit er das erste Mal vor zwölf Jahren dort gewesen ist. In der beliebten südfranzösischen Region fand und findet der Eppendorfer Maler Hartmuth Ebert viele Motive. Vor Ort macht er Fotos, nach denen er dann seine Bilder malt. „Ich muss die Landschaften gesehen haben“, nennt Ebert einen weiteren Grund, ohne den ihm ein Gemälde nicht gelingen kann. Doch zuhause in Eppendorf fühlt er sich am wohlsten.

Hartmuth Ebert, Jahrgang 1941, wurde die Malerei in die Wiege gelegt. Sein Vater Ewald Ebert war ebenfalls Maler, bannte Hamburg und die Landschaften der Umgebung auf die Leinwand. „Er ging mit der Staffelei ins Freie“, erzählt sein Sohn. Neben der Malerei ist das Reisen Hartmuth Eberts Leidenschaft. Zusammen mit seiner Frau Astrid hat er schon viele Länder und Regionen gesehen. Schottland, Schweden, Malta, Portugal, Ungarn, Lanzarote, Teneriffa und viele Teile Deutschlands zählen dazu.
Gemälde von allen diesen Gegenden füllen Eberts Archiv, das er sich in einem Raum auf der Anscharhöhe eingerichtet hat. Landschaften sind seine Sujets. Das hat er vom Vater, der jedoch in Öl malte – der Sohn bevorzugt Acryl, aus ganz praktischen Gründen. „Acryl trocknet schneller und die Wohnung stinkt nicht danach wie bei Öl“, erläutert Ebert.
Seine Bilder haben auch einen anderen Stil als die des Vaters. Sie sind von realistischer Genauigkeit und haben doch einen ganz eigenen, fast surrealen Charme. Wieder wie auch sein Vater erlente Ebert ein Handwerk - das naheliegende.
Er wurde Maler, arbeitete 25 Jahre an der Hamburgischen Staatsoper als Bühnenmaler. Eine Zeit, die er nicht missen möchte. „Etwa 15 Bühnenbilder haben wir im Jahr gemalt. Damals waren wir 15 Bühnenmaler“, erzählt Ebert.
An rund 180 Hintergründen für die großen Opern hat Hartmuth Ebert mitgewirkt. Elektra, Der Bajazzo, Faust, West Side Story - die Liste der Meisterwerke ist lang, die der Eppendorfer Maler ausgestattet hat.
Ein Unfall zwang ihn 1993 zur Aufgabe seines Berufs. Danach erfüllte er sich einen Traum, studierte Geowissenschaften, dann den nächsten. Nur noch zu malen. Außerdem stellt er kleine Objektkästen und Objekte her. Wie kleine Bühnenbilder wirken die. Schuhkartongroß mit Szenen darin. Die Oper lässt grüßen.
In Eppendorf fühlt er sich wohl. Auch seine Frau ist Eppendorferin von Geburt. Er wuchs in der Fricke-, sie in der Erikastraße auf. In einem Eiscafé nahe Frickestraße lernten sie sich kennen. „Eppendorf ist unsere Heimat. Wir sind echte Eppendorfer. Hamburg ist zweitrangig“, sagt Helmuth Ebert sogar. „Das viele Grün. Das ist für uns hier das Paradies“, ergänzt seine Frau. (ch)
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