Ein Haus für Kinder

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Carolin Dulitz (v. l.), Olga Wilhelm, Svenja Serwotka, Frauke Petschulat, Anastasia Grabowski und Swantje Adam gehören zum Team des Kinderhauses mit Therapiezentrum. Foto: Gemeinholzer

Familien- und Therapiezentrum im Montessori-Kinderhaus

Von Anne Gemeinholzer
Winterhude. Alles unter einem Dach finden Familien im Montessori-Kinderhaus der Johanniter in Winterhude, denn auch ein Familien- und Therapiezentrum gehört zu der neuen Einrichtung. Erst vor Kurzem offiziell eröffnet, ist das Kinderhaus an der Dorotheenstraße 53 schon mit Leben erfüllt – auch wenn erst die Hälfte der 50 Betreuungsplätze belegt sind.
Das junge hochmotivierte Team hat die Tagesstätte in neuen, hellen Räumen innerhalb kurzer Zeit zu einem einladenden Haus für Kinder werden lassen. Die Kleinen sind bisher deutlich in der Überzahl: 22 Kinder bis zum Alter von vier Jahren werden in zwei Krippen- und einer Familiengruppe betreut. „Im Moment bekommen wir jede Woche mehrere Krippenkinder dazu“, sagt Kinderhausleiterin Frauke Petschulat. Das Zusammenwachsen als Gruppe und Einrichtung stehe zurzeit noch im Vordergrund.
„Wir beginnen den Tag mit allen Gruppen mit einem Morgenkreis im Bewegungsraum“, berichtet die Leiterin. Das Ritual, bei dem zusammen gesungen wird, verbinde alle im Haus miteinander. Auch gemeinsame Aktionen wie ein aktiver Adventskalender und Arbeiten mit Ton wurden schon durchgeführt. „Besonders beliebt bei den Kindern ist unsere Waschrinne, in der auch geplanscht werden darf“, erzählt Frauke Petschulat, „beim Basteln müssen viele öfter mal Händewaschen gehen.“
Auch gemeinsame Mahlzeiten gehören fest zum Kinderhaus-Alltag. Beim „Räuberfrühstück“ einmal in der Woche können die Kinder bei anderen mit zulangen und so neue Speisen kennenlernen – und teilen üben. In ihrer Arbeit verbinden die drei Erzieherinnen und die Kinderhaus-Leiterin die reformpädagogischen Konzepte von Montessori und Reggio. „Bei der Reggio-Pädagogik kümmert sich eine ganze Gemeinschaft um die Kinder. Deshalb arbeiten wir mit einer Kirchengemeinde zusammen und würden auch gern noch mit einem Seniorenheim kooperieren“, so die Kinderhaus-Leiterin. Zweimal die Woche ist Montessori-Zeit für die Kinder. Unter dem Leitsatz „Hilf mir, es selbst zu tun“ zielt die Pädagogik Maria Montessoris darauf ab, über die Beschäftigung mit strukturiertem Lernmaterial die Selbständigkeit zu fördern. Jedes Kind darf selbst entscheiden, was es machen möchte, zum Beispiel die Zahlen oder Farben üben. „Sie lernen dabei, eine Zeitlang still zu sitzen und für sich zu arbeiten. Und sie erfahren, was sie schon alles können. Das stärkt das Selbstbewusstsein“, sagt Heilerziehungspflegerin Svenja Serwotka.
Angeboten werden Betreuungszeiten zwischen 7 und 17 Uhr. Familien entgegenkommen wollen die Johanniter auch mit ihrem hauseigenen Therapiezentrum. „Eltern können auf uns zukommen, wenn sie unsicher sind, ob Sprech- oder Verhaltensprobleme ein Fall für den Logopäden oder Ergotherapeuten sind“, sagt Logopädin Carolin Dulitz. Ebenso wie Ergotherapeutin Swantje Adam behandelt sie neben Kindern auch erwachsene Klienten, etwa nach einem Schlaganfall. „In Zukunft wollen wir auch Familienberatung anbieten“, kündigt Frauke Petschulat an. Im Kinderhaus soll bald noch eine Integrationsgruppe mit Platz für vier behinderte und elf nichtbehinderte Kinder entstehen. Kapazitäten gibt es noch für drei- bis sechsjährige Kinder.

Tag der offenen Tür: Donnerstag, 10. Januar, ab 15 Uhr.
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