Ein Schmuckstück braucht Hilfe

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Freuen sich über das Sanierungs-Konzept für die Marcussen-Orgel von St. Johannis: Pianist Gottfried Böttger, Orgelbauer Konrad Mühleisen und der frühere und der jetzige Kantor von St. Johannis, Claus Bantzer und Christopeher Bender. Foto: Hanke

Marcussen-Orgel in St. Johannis muss saniert werden

Rotherbaum. Die schöne Orgel ist marode. Ein Schmuckstück, ein ganz besonderes Instrument ist die Marcussen-Orgel in der Johanniskirche am Turmweg. 1882 erbaut von der dänischen Firma Marcussen & Son. Mit dieser Orgel wurde damals die Johanniskirche eingeweiht. Nun ist die Elektrik erneuerungsbedürftig. Vor drei Jahren konnte nur knapp ein Schwelbrand verhindert werden. Wäre Kantor Christopher Bender nur einen Tag später zum Üben gekommen, die Orgel wäre vermutlich nur noch ein verkohlter Trümmerhaufen gewesen. Eine Magnetspule war durchgeschmort. Aufgrund ihres maroden Materials muss sie immer häufer gewartet werden und wird in absehbarer Zeit nicht mehr klingen. Da die Orgel außerdem über die Jahre vielfach verändert worden ist, beschloss die Kirchengemeinde das Instrument umfassend zu erneuern. Das Sanierungskonzept, das Christopher Bender zusammen mit Orgelsachverständigen erarbeitete, sieht nun eine Wiederherstellung des ursprünglichen romantischen Klangkonzepts vor, ergänzt durch moderne Elektronik. Der historische Pfeifenbestand wird im Geiste der romantischen, farbenreichen und dennoch kraftvollen Orgeln der Firma Marcussen restauriert. Außerdem wird der Spieltisch mit hochmoderner Technik erweitert, mit Midi-Schnittstellen zum Beispiel, über die andere Instrumente durch die Orgel-Manuale bedient werden können. Ein Synthesizer wird die spielbaren Klänge ins Unendliche erweitern. Eine Software zum Komponieren und Notenschreiber kommt auch noch dazu. „Das eröffnet für Orgelschüler ganz neue Möglchkeiten. Sie können künftig ihre Übungen festhalten, sie wiederholen. Die Orgel wird ein Bildungsinstrument“, freut sich Christopher Bender. Diese neuen elektronischen Möglichkeiten hat es bislang noch nie in dieser Kombination gegeben. Sie werden das Instrument einmalig machen. Das ist nicht billig. Über eine Million Euro, veranschlagt Orgelbauer Konrad Mühleisen aus Leonberg, wird die Sanierung der Marcussen-Orgel kosten. Nur mit Hilfe von Spenden kann diese Summe aufgebracht werden. 350.000 Euro sind bereits zusammengekommen. Für die Register und Pfeifen der Orgel sowie für die Erneuerung des Spieltisches können Patenschaften von unterschiedlichen Geldsummen übernommen werden. Ein Jahr wird´s wohl dauern, um die Orgel in einer Werkstatt zu sanieren. Das Jahr 2014 wird dafür angepeilt. (ch)
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