Einflugschneise Winterhude

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Dröhnende Flugzeugmotoren sind noch bis zum 17. Juni über Winterhude und Alsterdorf zu hören. Trotz moderner Maschinen, die wesentlich leiser als frühere Modelle sind, ist die Lärmbelastung ungewohnt in diesen Stadtteilen. Foto: Deutsche Lufthansa

Noch bis 17. Juni Lärmbelästigung durch Startbahnsanierung

Von Claudia Bonvie
Winterhude. Ungewöhnliche Geräusche tönen dieser Tage über dem Himmel von Winterhude und Alsterdorf. Die einen schrieben es zunächst auf die Windrichtung, andere vermuteten Flugplanänderungen. Doch spätestens am vergangenen Wochenende, als das zumindest zeitweise gute Wetter die Menschen in Gärten und auf Balkone lockte, war jedem klar: Dieser Lärm ist dauerhaft, unterbrochen von nur kurzen Pausen, bis der nächste Ferienflieger in die Wolken steigt. Wer am Sonntagmorgen bei geöffneten Fenster das Ausschlafen genießen wollte, wurde pünktlich um 6.20 Uhr durch dröhende Düsenmotoren geweckt. Erster Start am Flughafen Fuhlsbüttel, der frohe Urlauber in den Süden beförderte. Die genervten Anwohner in Winterhude konnten diesem umfreiwilligen Weckruf jedoch nichts positives abgewinnen. So schön ein sonniger Sonntagmorgen auch sein mag, diese Morgenstunde hatte nur leider wenig Gold im Munde. Die unfreiwillig geweckten Winterhuder jedoch kurze Zeit später Watte in den Ohren, denn trotz der mittlerweile geschlossenen Fenster waren die Flieger nicht zu überhören. Während so manch Erwachsener beim Nachmittagskaffee die Flugpausen nutzte, um die ein oder andere Unterhaltung zu bestreiten, bekamen auch die spielenden Kinder in den Sandkästen eine Ahnung davon, was Anwohner in der Nähe der Einflugschneisen ihr täglich Los nennen.
Grund für den ungewöhnlichen Flugverkehr über Winterhude und Alsterdorf ist die Sanierung und Instandsetzung einer Startbahn am Hamburger Flughafen, die in diesem Jahr aufgrund des strengen Winters leider etwas länger dauert als in den vergangenen Jahren. „Jedes Jahr im Mai werden die Start- und Landebahnen saniert“, erklärt Flughafensprecherin Katja Tempel. „Uns ist es ein großes Anliegen, die Anwohner der betroffenen Stadtteile rechtzeitig und umfassend zu informieren. Es gab zahlreiche Zeitungsberichte und wir haben mit Info-Ständen in den Stadtteilen viele Fragen beantworten können.“
Dennoch traf der Lärm viele Bürgerinnen und Bürger unvorbereitet. Katja Tempel erklärt: „ Was den Lärm betrifft, haben wir strenge Richtlinien. Von 6 Uhr bis 22 Uhr ist regulärer Flugbetrieb. Bis 23 Uhr nur noch vereinzelt und bis 24 Uhr nur mit Sonderregelung.“ Von Mitternacht bis 6 Uhr früh herrscht Stille. Ausnahme hier nur Rettungsflieger, die in Notfällen Leben retten müssen.
Für alle Fragen rund um den Fluglärm gibt es den Fluglärmbeauftragten des Airports, der unter t 040/50752347 auch für Beschwerden erreichbar ist.
Gefahr durch Abgase und Kerosin droht laut Flughafen nicht. „Die Luft um den Flughafen herum wird ständig überprüft“, so Katja Tempel. Eine Verschlechterung der Luftqualität während eines so kurzen Zeitraums ist nicht wahrscheinlich.
Bleibt der Lärm. Doch die gute Nachricht folgt auf dem Fuße: Nur noch bis spätestens einschließlich Sonntag, 17. Juni, düsen die Flieger noch über Winterhude und Alsterdorf. Dann muss die Landebahn wieder startklar sein - bis zum nächsten Jahr im Mai. Wohl dem, der seinen Urlaub in diese Zeit legen und dem Lärm einfach davon fliegen kann...
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