Erfolg auf der Empore

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Schauspielerin Hannelore Hoger mit Knut Terjung auf der Empore Foto: Foto Manfred Gröning/wb

„Knut Terjung trifft...“ in St. Nikolai zieht regelmäßig bis zu 300 Besucher an

Von Dagmar Gehm
Harvestehude
Selten erlebt eine Kirche einen derartigen Andrang wie an jedem ersten Montagabend des Monats. Bis zu 300 Menschen kommen dann in die Hauptkirche St. Nikolai, je nachdem, wen der ehemalige Leiter des ZDF-Studios Hamburg zum Gespräch geladen hat. Die Reihe „Auf der Empore… Knut Terjung trifft…“ hat sich seit ihrer Einführung im September 2015 zur Erfolgsstory entwickelt. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass der Eintritt frei ist und Besucher danach bei einem Umtrunk mit Gastgeber oder Talkgast ins Gespräch kommen. Erfolgsgaranten für volle Kirchenbänke sind Namen wie Zirkus Roncalli-Direktor Bernhard Paul, Schauspielerin Hannelore Hoger und „Mr. Tagesschau“ Wilhelm Wieben.

„Höre den Gästen zu“

Inzwischen stehen die Gäste Schlange, um von Terjung befragt zu werden. Bekannte und unbekannte Menschen, die etwas zu erzählen haben. Das Erfolgsrezept ist die Mischung aus spannendem Format in geschütztem Raum, ganz ohne Kameras. „Es basiert auch darauf, dass ich meinen Gästen zuhöre statt hektische Interviews zu führen.“ Dazu bereitet sich Knut Terjung akribisch vor: „Der Schwerpunkt liegt auf dem Lebensweg und den Wertvorstellungen.“ Trotzdem fährt er keinen Kuschelkurs, sondern hakt nach, spricht Themen an, über die vorher nicht immer offen diskutiert wurde. Bringt die Homosexualität von Wilhelm Wieben genauso zur Sprache wie die angebliche Zugehörigkeit von Bernhard Paul zu Scientology, die Paul mit Vehemenz abstreitet. Obwohl er Fragen vorher nicht abspricht, vertrauen ihm die Gäste, von denen manche sich beim nächsten Mal sogar unter das Publikum mischen. Begeistert zeigt sich auch Pastor Michael Watzlawik: „Schon die erste Veranstaltung war ein großer Erfolg. Viele Menschen kamen in unsere Kirche, hörten, diskutierten und wurden informiert. Wir freuen uns sehr und sind dankbar, dass auch die Gesprächsrunden danach gut besucht waren. Seit vielen Jahren ist die Hauptkirche St. Nikolai ein Ort der Diskussion, der Begegnung und der Information.“ So entstand auch das Kolleg St. Nikolai als eigene evangelische Akademie, in die sich die Gesprächsreihe eingeklinkt hat. Obwohl sie nur noch gelegentlich im Emporium stattfindet. „Inzwischen ist die Akustik dank einer neuen Leih-Anlage überall in der Kirche gut“, versichert Terjung. Eigenhändig geht der ehemalige TV-Mann in Eppendorfer Geschäfte, um seine Ankündigungsplakate aufzuhängen. Angebote, eine kommerzielle Talkshow zu betreiben, lehnt er ab: „Ich möchte die Freiheit in Gestaltung der Gespräche und Auswahl der Gäste behalten.“ Was treibt den Gastgeber, der keinen Cent für die Gesprächsreihe erhält, an, so viel Aufwand zu betreiben? „Das sind die spannenden Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen, die mir immer wieder Denkanstöße geben, auch meine eigenen 75 Jahre zu überdenken.“ Als nächste Gäste sind Polizeipräsident Ralf Martin Meyer geladen (7. März) und Sonja Lahnstein-Kandel von „step21 – Initiative für Toleranz und Verantwortung. Jugend fordert!“ Ob die aktuellen Themen so unter die Haut gehen wie das plattdeutsche Gedicht „Min Jehan“, das Wilhelm Wieben vortrug, bleibt abzuwarten. Für Zündstoff sorgen sie allemal.

Nächster Termin: 7. März, Eintritt frei, Bitte um Anmeldung unter der Email: kolleg@hauptkirche-stnikolai.de
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