Erfüllende Hilfe für indische Kinder

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Bis zu 400 Kinder besuchen kostenlos die Schule des Vereins Dewi Saraswati rund 40 Kilometer südlich von Chennai. Viele von ihnen kommen aus Slums oder schwierigen FamilienverhältnissenFoto: Dewi Saraswati
 
Annie Wojczewski aus Winterhude ist seit 2012 Vorsitzende des Hamburger Vereins Dewi Saraswati, der Kindern in Indien hilftFoto: ho

Annie Wojczewski engagiert sich seit 20 Jahren im Verein Dewi Saraswati

Von Holger Hollmann
Hamburg. Manchmal öffnen sich Wege im Leben, die man nicht geplant hat und von denen man später nicht einmal sagen kann, wie sie sich ergeben haben. Bei Annie Wojczewski ist es die enge Verbindung zu Indien und seinen Kindern. Ohne den ersten Kontakt vor 20 Jahren zu dem Hamburger Verein Dewi Saraswati, der Kindern in Indien einen Schulbesuch ermöglicht und ein Zuhause gibt, hätte sie das ebenso exotische wie gegensätzliche Land nie kennen gelernt. Dewi Saraswati: der Vereinsname steht für die hinduistische Göttin für Weisheit und Intelligenz. Heute reist Wojczewski regelmäßig in den südindischen Bundesstaat Tamil Nadu, wo der Verein über die Jahre rund 40 Kilometer südlich von Chennai (früher Madras) ein großes Kinderdorf mit Schule aufgebaut hat.

124 Kinder leben im Dorf

Mitte November wird sie wieder für drei Wochen vor Ort sein und nach dem Rechten sehen – und dem möglichst effizienten Einsatz der privaten Spenden. Denn seit einem Jahr ist die Winterhuderin Vorsitzende des Vereins, der 1992 von einem Hamburger gegründet wurde. Seit 18 Jahren arbeitet sie bereits im Vorstand von Dewi Saraswati. „Der Gründer hatte beruflich in Indien zu tun und wollte ein paar Kinder fotografieren.“, erzählt Annie Wojczewski, „dabei wurde ihm ein Kind zum Kauf angeboten.“ Das schockierende Angebot war die Initialzündung zur Hilfe. Zunächst unterstützten elf Mitglieder vier Kinder. Heute sind es 124 Kinder aus schwierigen Verhältnissen, die fest im Kinderdorf leben, sowie bis zu 400 weitere, die die Schule besuchen und dadurch die Chance auf eine bessere Zukunft erhalten. Vor allem Mädchen werden gefördert, da sie in der indischen Gesellschaft eine schwache Position haben. Um diese Aufgabe zu schultern, stützt sich Dewi Saraswati heute auf über 300 Mitglieder und Spender.

Jeder Euro hilft

Während im Kinderdorf rund 30 Einheimische fest angestellt als Lehrerinnen, Hausmütter, Krankenschwester oder Sozialarbeiterinnen arbeiten, unter ihnen zum Teil ehemalige Schüler, findet in Hamburg alles ehrenamtlich statt. „Damit möglichst jeder Euro den Kindern zu Gute kommt“, sagt die 64-Jährige, die in Uhlenhorst geboren wurde und seit 25 Jahren in Winterhude lebt. „Wenn eine Banane nur drei Rupien kostet, hilft jeder Euro viel und auch kleine Spenden sind uns deshalb willkommen.“ Um die Kosten niedrig zu halten, wurde das Kinderzimmer ihres erwachsenen Sohnes kurzerhand zum Vereinsbüro umgewandelt. Selbst die Flüge nach Indien haben die Vereinsmitglieder und der sechsköpfige Vorstand privat bezahlt. „Jetzt haben wir aber seit Kurzem einen Spender, der speziell die Reisekosten übernimmt, damit regelmäßig jemand von uns vor Ort sein kann.“
Die Versorgung der vielen Kinder mit Lebensmitteln erfolgt zum großen Teil auch durch Reisfelder, Gemüsebeete, Obstbäume und Kühe, die zum Kinderdorf gehören. „Die Reisfelder decken den Jahresbedarf, nur bei einem Schädlingsbefall müssen wir Reis zukaufen“, erzählt sie. Für Annie Wojczewski ist die ehrenamtliche Vereinsarbeit mittlerweile ein Halbtagsjob geworden, neben ihrer eigentlichen Berufstätigkeit in einer Anwaltskanzlei. „Aber ein sehr erfüllender und aufbauender“, sagt sie gleich dazu. „Die Kinder haben eine so große Freude am Lernen. Jedes einzelne Kind ist es wert, diese Arbeit zu tun.“

Kontakt: dewi-saraswati oder Tel.: 040/460 11 51
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