Erstmals leitet eine Frau den Eppendorfer Bürgerverein

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Brigitte Schildt ist die erste Frau, die den Eppendorfer Bürgerverein leitet Foto: Hanke

Premiere nach 141 Jahren. Brigitte Schildt mit großer Mehrheit gewählt. Sie setzt auf Gemeinschaft, nicht auf Politik

Eppendorf Der Eppendorfer Bürgerverein (EBV) wird erstmals von einer Frau geleitet. Die bisherige erste Schriftführerin, Brigitte Schildt, wurde fast einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt. Der einzige Mitbewerber hatte kurz vor der Wahl seine Kandidatur zurückgezogen. Nach 141 Jahren ist Brigitte Schildt damit die erste Frau an der Spitze des 1875 gegründeten EBV. Geselligkeit und Gemeinschaft will die 65-jährige gelernte Groß- und Einzelhandelskauffrau ausbauen und fördern. Durch die Gründung einer Bowlinggruppe und die Organisation von monatlichen Tagesauflügen, auch für mobilitätseingeschränkte Menschen, hatte sie sich in dieser Hinsicht bereits einen Namen im EBV gemacht. „Die Ausflüge werden sehr gut angenommen. Zehn bis 25 Personen nehmen teil. Auch Nichtmitglieder können mitfahren. Wir fahren mit Bus und Bahn zu Zielen innerhalb und in der Umgebung Hamburgs. Die Restaurants sind so ausgewählt, dass sie von den Stationen schnell erreichbar sind“, erzählt Brigitte Schildt. Man fährt zum Grünkohlessen, zum Karpfenschmauss nach Reinfeld oder verzehrt Gänsekeule in der Vorweihnachtszeit und lernt dabei Hamburg und sein Umfeld gut kennen.
Brigitte Schildt ist seit 2005 Mitglied im EBV und wurde vier Jahre später in den Vorstand gewählt. „Jemand hatte mir erzählt, dass im EBV das Mehlbüddelessen noch gepflegt wird. Da bin ich einmal dazu gekommen und es gefiel mir so gut, dass ich mir sagte: Da bleibe ich dabei“, erzählt Brigitte Schildt über ihren Einstieg in den EBV. Obwohl sie im nahen Alsterdorf wohnt, begann sie sich für den Eppendorfer Bürgerverein zu engagieren. „Irgendwann fragte ich die Schriftführerin Monika Körschner, was man im Vorstand so machen muss, und bald darauf wurde ich gewählt“, berichtet die neue Vorsitzende, der die Schriftführung, insbesondere Briefe schreiben, immer noch viel Spaß macht. „Wenn meine Zeit es erlaubt, nehme ich diese Aufgabe gern weiter wahr“, erzählt Brigitte Schildt. Politisch will sie sich nicht engagieren. Sie ist als Unpolitische angetreten und hat womöglich auch deshalb so deutlich gewonnen. 2015 trat der letzte Vorsitzende, der SPD-Bezirksfraktionsvorsitzende, Thomas Domres, nach kurzer Amtszeit zurück. Brigitte Schildts Gegenkandidat stand der CDU nahe. Ein Votum der Mitglieder gegen Politik an der Spitze? 25 Jahre war die gebürtige Hamburgerin, die im Westen der Stadt aufgewachsen ist, als Einkäuferin für verschiedene Firmen tätig. Nun ist sie offiziell im Ruhestand, aber nur offiziell. Einen Tag in der Woche widmet sie ihren beiden Enkeln im Alter von sechs und neun Jahren. Außerdem ist sie leidenschaftliche Bowlerin und Wanderin. (ch)
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