Fadenwürmer gegen Raupen in Hamburg

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Bekämpfung der Nester in den Baumkronen am Wiesendamm Foto: Bobrich

Bio-Waffe soll Eichenprozessionsspinner eindämmen

Hamburg Mit schwerem Gerät rückte die Stadt kürzlich am Wiesendamm an, um einem eigentlich unscheinbaren Tierchen zu Leibe zu rücken: Bekämpft werden soll der Eichenprozessionsspinner (EPS), ein grauer Falter, der seit Mitte der 1990er Jahre in Süddeutschland beheimatet ist und nun auch in Hamburg immer häufiger auftritt. Die feinen Härchen seiner Raupen können bei Mensch und Tier starke Reizungen und allergische Reaktionen auslösen. 2011 fand der Falter, der ausschließlich an Eichen zu finden ist, erstmals seinen Weg in die Hansestadt. „Durch die recht milden Winter der vergangenen Jahre breitet sich der Eichenprozessionsspinner hier immer weiter aus“, sagt Jan Martens-Witte, der als fester Baumkontrolleur beim Bezirksamt Nord tätig ist. An rund sieben Standorten im Stadtgebiet tritt die ungeliebte Raupe auf, deren Härchen bis zu 200 Meter weit geweht werden und über Jahre ihre gesundheitsschädigende Wirkung behalten. Bislang entfernte der Hamburger Pflanzenschutzdienst die Raupennester vom Baum und vernichtete diese – doch weil die Verbreitung sich in den vergangenen Jahren nicht eindämmen ließ, wird nun erstmals im Rahmen eines Versuches eine biologische „Waffe“ eingesetzt: Am Standort Wiesendamm / Ecke Borgweg wurden die Nester vom Kranwagen aus mit einer Flüssigkeit bespritzt, die sogenannte Nematoden enthält. Diese winzigen, nur etwa einen halben Millimeter kleinen Fadenwürmer, die seit Jahren vielerorts gegen Schädlinge eingesetzt werden, dringen unter anderem in die Atemöffnungen der Raupen ein. Zehn Eichen am Wiesendamm – teilweise über 200 Jahre alt - wurden derart behandelt, in dieser Woche ist eine zweite Spritzaktion geplant. Nicht sind alle begeistert von der Maßnahme: Einige der Anwohner ärgern sich, dass durch die Aktionen ein Teil der Parkplätze am Wiesendamm wiederholt über Stunden nicht zur Verfügung steht. (bob)
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