Familie Cruz darf bleiben

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Lautstark forderten vorige Woche rund 1000 Demonstranten in der Mönckebergstraße und am Sitz der Härtefallkommission in der Schmiedestraße das Bleiberecht für Familie Cruz aus Honduras. Fotos: Gemeinholzer

Solidaritätswelle für zugewanderte Mädchen aus Honduras brachte Erfolg

Von Anne Gemeinholzer
Winterhude. Familie Cruz darf bleiben. Die Härtefallkommission der Bürgerschaft entschied am Nikolaustag, dass die Schülerinnen Fabiola, Andrea und Maria und deren Mutter Gabriela gemeinsam eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Maßgebend für den positiven Entscheid war offenbar der große öffentliche Druck gewesen. Mit einer Großdemo vergangene Woche mit rund 1000 Teilnehmern in der Innenstadt und einer Petition mit über 11.000 Unterschriften hatten zahllose Unterstützer für das Bleiberecht der seit sechs Jahren illegal in Hamburg lebenden Familie aus Honduras gekämpft.
Besonders engagiert hatten sich mit Unterschriftensammlungen, einer Lichteraktion am Rathaus und Benefizkonzerten die Mitschüler und das Kollegium der Stadtteilschule Winterhude, die Andrea (13) und Maria (12) besuchen, und die Max-Brauer-Schule in Bahrenfeld, auf der Fabiola (18) nach ihrem Realschulabschluss an der Stadtteilschule im kommenden Jahr das Abitur machen will.
„Die Schulleitung freut sich über die positive Entscheidung der Härtefallkommission und wünscht der Familie Cruz von ganzem Herzen alles Gute“, hieß es vonseiten der Stadtteilschule.
Mit einer dreitägigen Mahnwache vor dem Audimax der Universität Hamburg – bei bitterer Kälte – hatte auch der Pfadfinderbund Nord, dem Andrea und Maria angehören, seiner Forderung nach einem Bleiberecht für Familie Cruz Nachdruck verliehen.
„Liebe Freunde, ich danke euch für eure super tolle Unterstützung“, postete Gabriela Cruz am Donnerstag auf der Facebook-Seite „Fabiola muss bleiben“, über die sich die Unterstützer vernetzt hatten. In Windeseile verbreitete sich am Morgen des Nikolaustages über Telefon und soziale Netzwerke die freudige Nachricht.
Von einem Nikolaus-Geschenk, das sich bei der Demo ein Redner für die Familie gewünscht hatte, kann man aber wohl nicht sprechen. Denn es war die gewaltige Solidarität mit der Familie, welche die Entscheider offensichtlich beeindruckte – und letztendlich den Ausschlag gab.
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