Flüchtlingshäuser im Seelemannpark umstritten

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Maritta Grebe-Senner (2.v.l.) und Enno Drewes (r.) von der Initiative Flüchtlinge Eppendorf setzen sich mit vielen weiteren Eppendorfern für die Unterbringung von 88 Geflüchteten im Seelemannpark ein Foto: Hanke

Kontroverse Diskussion in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord

Von Christian Hanke
Eppendorf
Die geplante Unterkunft für 88 Geflüchtete im Seelemannparkwurde in der letzten Sitzung der Bezirksversammlung Hamburg-Nord kontrovers und teilweise mit Leidenschaft diskutiert. Eppendorfer sprachen pro und contra. Die FDP beantragte, die Planung aufzugeben. Neben dem Standort Seelemannpark wird nun auch die Grünfläche zwischen Loogestraße und U-Bahndamm für Flüchtlingsunterkünfte geprüft. Die Initiative Flüchtlinge Eppendorf bekräftigt in einem „Offenen Brief an das Bezirksamt Hamburg-Nord“ ihre Unterstützung für den Standort Seelemannpark: „Für ein buntes Eppendorf!“ Da der Park in Teilen weiterhin der Öffentlichkeit zur Verfügung steht, und damit auch der Spielplatz, und kein Baum gefällt werden soll, „finden die Bedürfnisse der Anwohnenden sowie der Geflüchteten Beachtung und dem Projekt steht nichts mehr im Wege“, schreibt die Initiative. Schließlich soll der Boden des zur Bebauung mit zwei Holzhäusern vorgesehenen Teils des Parks am U-Bahndamm nach Ablauf der Nutzungszeit von fünf Jahren wiederhergestellt werden.

Wird Park zerstört?


Dass dies geschieht oder auch nur geschehen kann, bezweifeln die Gegner der Planung. „Das ist ein uralter Park. Der ist nach fünf Jahren zerstört“, vermutet Bodo Adolphi, Abgeordneter der AfD. „Der Park wird dicht gemacht. Wir erschlagen den Park mit dieser Bebauung“, findet Ralf Lindenberg (FDP). Auch Rainer Griep, früherer Leiter der Stadtteilschule Eppendorf, macht sich „Sorgen um den Seelemannpark“. Mit diesem Schritt, so befürchtet Griep, werden Grünflächen insgesamt in Frage gestellt. Sein Vorschlag: die 88 Geflüchteten in Wohnungen unterbringen.
Die FDP hat sich zum Fürsprecher der Gegner dieser Planung gemacht. „Der Eingriff auf den Park ist nicht mehr rückbaufähig“, glauben die Freien Demokraten. Der FDP-Antrag, die Planung aufzugeben, wurde allerdings mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Neben der FDP stimmten nur die AfD und Dorle Olszewski von den Piraten, die befürchtet, dass „unser schönes Hamburg zerschreddert wird“, für den FDP-Antrag. Schön findet die CDU die Lösung im Seelemannpark zwar auch nicht und hofft noch auf Alternativvorschläge, doch sie verweigert sich der Unterbringung von 88 Geflüchteten im Park nicht. Sina Imhof von den Grünen betonte, dass der Vorschlag, im Seelemannpark Geflüchtete unterzubringen, im Rahmen der Aktion „Finding Places“ aus der Bevölkerung gekommen sei: „Das kann man von politischer Seite nicht vom Tisch wischen, auch wenn es nicht unsere erste Wahl gewesen ist.“ Jan Freitag (SPD) verwies darauf, dass im Seelemannpark auch schon das Thalia-Zelt gestanden habe und sagte außerdem: „Dagegen zu sein, halten wir für ein fatales politisches Signal.“ Auch Herbert Schulz (Die Linke) glaubt, dass eine Unterkunft möglich ist, „ohne dass der Charakter des Parks verlorengeht“, sagte aber auch: „Das war eine sehr schwierige Abwägung.“

Koordinierungsstelle prüft


Ob die Planung, 88 Geflüchtete im Seelmannpark in Holzhäusern – Dieter Eckleben (AfD) hält Container für besser – unterzubringen umgesetzt werden kann, wird derzeit von der Koordinierungsstelle Flüchtlinge geprüft.

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