Freiraum in der Stadt Hamburg

Anzeige
Unterstützer vom Goldbekhaus und vom Spielhaus Jarrestadt halfen mit beim Baui-Kinderfest Fotos: Haas

40 Jahre „Baui“ Poßmoorwiese. Als Treffpunkt vieler Nationalitäten etabliert

Von Waltraut Haas
Hamburg. Großes Hallo herrschte kürzlich auf dem Bauspielplatz Poßmoorwiese. Zum Kinderfest anlässlich des 40-jährigen Bestehens lockten nicht nur Wasserball-Anlage und Hüpfburg. Frühlingsrollen selber herstellen: Die Kinder waren begeistert, als thailändische Mütter zeigten, wie das geht, während die Älteren Kaffee tranken.
Zum Ausklang unterhielten die Klinik-Clowns Nika und Enrico Jung und Alt. Das bunte Festprogramm wurde unterstützt von Mitarbeitern aus dem Spielhaus Jarrestadt und dem Kulturzentrum Goldbekhaus. „Diese Kooperation hat sich schon öfter bewährt, zuletzt beim Stadtparkjubiläum“, freute sich Baui-Chef Christian Rottmann.

Noch immer gefragt

Täglich kommen Kinder aus der Nachbarschaft und aus den nahen Flüchtlingsunterkünften und verbringen hier gerne ihre Freizeit. Auch ihre Familien kommen gerne, damit ist der Baui ein multikultureller Treffpunkt. Mit den umliegenden Schulen gibt es eine enge Zusammenarbeit. Ebenso freuen sich Kindergarten- und Hortgruppen immer wieder auf Lagerfeuer und Stockbrot.
Vor 40 Jahren gründeten engagierte Winterhuder, insbesondere Eltern und Anwohner, den „Trägerverein zur Förderung von Freizeiteinrichtungen für Kinder in Winterhude“. Um dann persönlich Hand anzulegen und den Abenteuerspielplatz zu errichten. „Diese Art von Spielplätzen entstammt einem dänischen Konzept. Hier haben die Kinder und Jugendlichen noch Freiräume, sie können den Platz nach eigenen Vorstellungen gestalten und bespielen“, erklärt Christian Rottmann und zeigt auf die von Kids selbst gezimmerten Bauwerke, die keiner DIN-Norm entspächen. Zusammen mit Marius Weber zeichnet Rottmann verantwortlich, unterstützt von zusätzlichen Honorarkräften und ehrenamtlichen Helfern. „Ohne die aktive Unterstützung der Eltern könnten wir unser breitgefächertes Angebot allerdings nicht aufrechterhalten.“ Umsonst und draußen spielen: Das ist zudem undenkbar ohne städtische Förderung, deshalb sei die zehnprozentige Kürzung der Zuschüsse nur schwer zu verkraften.

Ehemals Arbeitslager

Zu den zahlreichen Gratulanten zählt auch Baui-Gründer Werner Frömming, der sich Jahre später auch für die Einrichtung des Goldbekhauses engagierte. Frömming überreicht dem aktuellen Baui-Chef einen Blumenstrauß und einen Umschlag mit Fotos von 1974. Die Bilder zeigen, wie die Initiatoren auf der ehemaligen Hundewiese die erste Hütte errichteten, ebenso mit Harke und Spaten buddelten und Fundamente freilegten, die von der Vorgeschichte des Platzes zeugen: einem Arbeitslager während des zweiten Weltkrieges. In der Nachkriegszeit diente der Platz dann als Standort von Nissenhütten: Behelfsunterkünfte für Flüchtlinge und ausgebombte Hamburger.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige