Freude über Hamburger Stadtpark-Kur

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Karl (5) und Klara (3) aus Hohenfelde freuen sich gemeinsam mit ihrem Vater Björn schon auf die Neueröffnung des Spiel- und Planschbereiches im Stadtpark Fotos: Hollmann
 
Der Weg entlang der Festwiese zum Planschbecken asphaltiert.

3,4 Millionen Euro werden zum 100. Jubiläum investiert

Von Holger Hollmann
Hamburg. Am ersten Juli-Wochenende wird der 100. Geburtstag des Stadtparks gefeiert, und der wird für das Jubiläumsfest ordentlich herausgeputzt: Mehr als 3,4 Millionen Euro lässt sich der Bezirk Nord über ein Dutzend Maßnahmen kosten, die den größten Hamburger Volkspark noch attraktiver machen. Das Wochenblatt zeigt, welche es sind.
Größte Einzelmaßnahme ist die Kompletterneuerung des Planschbeckens und die Modernisierung des Spielplatzes. Hier laufen die 1,7 Millionen Euro teuren Bauarbeiten auf Hochtouren. „Wir haben kein festes Datum, wann die Arbeiten beendet sein werden, gehen aber davon aus, dass wir bis zum ersten Juli-Wochenende fertig sind“, sagt Egbert Willing, Leiter des Fachamtes Management des öffentlichen Raumes im Bezirk Nord. Für das Planschbecken müsse hochkomplexe Schwimmbadtechnik installiert werden, etwa für die Aufbereitung des Grundwassers, das für das Planschbecken genutzt wird, oder für die temperaturabhängige Chlorbeifügung gegen Keime und Krankheitserreger im Wasser. Bei hohen Temperaturen muss man mehr Chlor zufügen, da sich Keime dann schneller vermehren. „Das Wasser des Planschbeckens wird im Betrieb aber auch weiterhin kontinuierlich auf Keime untersucht“, so Willing.
Auf dem breiten Sandstrand um das Planschbecken werden zudem einige neue Spielgeräte aufgestellt. Karl (5) und Klara (3) aus Hohenfelde können die Neueröffnung des Spiel- und Planschbereiches jedenfalls kaum noch abwarten (Foto) und freuen sich gemeinsam mit ihrem Vater Björn schon auf den Spiel- und Badespaß im Sommer.
Auch wenn das Planschbecken derzeit die größte Baustelle ist, werden aufmerksamen Parkbesuchern auch die vielen anderen Maßnahmen ins Auge fallen. So schließt sich heute bereits südöstlich vom Planschbecken eine neue 8.500 Quadratmeter große Liege- und Spielwiese an, die bis vor kurzem noch ein Erdlager für die Gartenbauer des Parks war. 200.000 Euro kostete die Schaffung des zusätzlichen Grüns vis-a-vis mit dem Stadtparksee. Zwischen beiden führt auch der neuerdings asphaltierte Hauptverbindungsweg entlang, der von der Straße Südring zwischen großer Festwiese und See bis zum Planschbecken und Cafe reicht. „Der alte Belag konnte den Schwerverkehr nicht tragen“, sagt Egbert Willing und beugt zugleich Befürchtungen vor: „Es ist nicht geplant, weitere Wege im Park zu asphaltieren, aber hier mussten wir wie am Linneweg zum Planetarium der Funktion folgen.“ Beide Bereiche – Planetarium und Planschbecken mit Cafe – haben regelmäßigen Lieferverkehr. Historisch gesehen waren einige Wege im Stadtpark ohnehin früher schon einmal asphaltiert, denn in den 1930er- bis 50er-Jahren fanden dort Motorrad- und Autorennen statt. Start und Ziel lagen vor dem Stadtparksee, genau dort, wo sich nun bereits erste Skater über die 350.000 Euro teure glatte Asphaltstrecke freuen.
„Wir werden auch einen Großteil der anderen Wege im Park erneuern“ so Willing. Zum Beispiel im nördlichen Bereich des Parks in Ost-West-Richtung, fast alle Wege um die Festwiese, die Zuwege zum Planetarium, den Uferweg am Stadtparksee, die Spazierflächen an der Platanenallee sowie den Fußweg entlang der Otto-Wels-Straße. Hier werden überall Stolperfallen und Matschlöcher durch eine frische Grand- und Sandschicht beseitigt.
Doch was wäre ein Park ohne seine Pflanzen? Deshalb wird auch hieran im Jubiläumsjahr nicht gespart. So wird zum Beispiel gerade für 150.000 Euro der 1925 eröffnete Steingarten an der Otto-Wels-Straße unweit des Landhauses Walter neu angelegt – auch hier stehen zurzeit noch die Bagger und es sieht nach Großbaustelle aus. Nebenan wird der Bereich mit dem Wasserbecken und einer Frauengestalt in der Mitte für 25.000 Euro saniert. Eine große Summe aus dem Sondertopf floss auch in die ebenfalls 1925 angelegten Rosengärten nördlich des Stadtparksees, die jedoch bereits 2012 für mehr als 350.000 Euro wunderschön erneuert wurden. Die Blütenpracht konnten Besucher erstmals vorigen Sommer bestaunen.
Pinguinbrunnen bekommt Figuren aus Kunststoff
Für jeweils 75.000 Euro werden der Eva & Adam-Garten sowie der Diana-Garten verschönert und mit neuen Pflanzen bedacht. Ein Lindenhain am nördlichen Ufer des Stadtparksees an der Platanenallee wird für 35.000 Euro überarbeitet und mit Sitzgelegenheiten ausgestattet. Von dort soll es bald einen herrlichen Blick über den See zur Liebesinsel geben, auf der für 15.000 Euro neue Pflanzen gesetzt und die Sitzmöbel aufgearbeitet werden.
Einige Mittel des Sondertopfes sind für die Kunst reserviert, die vor allem in Form von Skulpturen überall im 150 Hektar großen Stadtpark zu sehen ist. Für 45.000 Euro wird der Pinguin-Brunnen von Graffiti befreit und mit neuen Pinguinen ausgestattet. Diese sollen allerdings nur noch aus Kunststoff sein, was dem um sich greifenden Metalldiebstahl geschuldet ist. Die Verschönerungskur haben die beiden „Badenden Frauen“ bereits hinter sich, die Georg Kolbe 1927 aus Muschelkalk schuf und die an der Otto-Wels-Straße den Eingang zur Festwiese flankieren.
„Neben diesen großen Vorhaben gab es sehr viele kleine Maßnahmen“, sagt Egbert Willing. So sieht man an vielen Orten im Park neue Sitzbänke und Papierkörbe oder bessere Beschilderungen. Mit der Trinkhalle und dem Luft- und Lichtbad an der Otto-Wels-Straße gibt es zudem rechtzeitig zum Jubiläum zwei neue Cafés an historisch wichtigen Orten des Stadtparks (das Wochenblatt berichtete). Das Café in der Trinkhalle, wo früher Heilwässer ausgeschänkt wurden, eröffnete vergangenen Sommer. Das Café und Restaurant im ehemaligen Luftbad soll bis zum Jubiläumswochenende Anfang Juli eröffnet sein. (ho)
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