Freundinnen fürs ganze Leben

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Pflegen noch immer eine intensive Freundschaft: Ada Böttcher und Ingrid Kranert Foto: flü

Außergewöhnliches Klassentreffen nach 60 Jahren in der katholischen Schule St. Antonius

Winterhude „Früher saßen wir hier auf blanken Holzbänken und haben mit der Feder schreiben gelernt. Man musste aufpassen, das einem die Tinte nicht ins Gesicht spritzte“, erinnert sich Ada Böttcher und sieht sich in dem bunt geschmückten Klassenzimmer der Katholischen Schule St. Antonius in der Alsterdorfer Straße um. Vor 60 Jahren wurde sie hier eingeschult. Zum Jubiläum hat sie sich hier mit 20 ehemaligen Schulkameradinnen getroffen. Mit dabei ist sogar ihre Klassenlehrerin Gertrud Jung (88), damals noch Fräulein Zimmermann.
Der Ton ist vertraulich, man duzt sich. Das war damals natürlich nicht so: „Wir waren alle sehr brav. Fräulein Zimmermann war straff, aber klar und heiter“, findet Ada Böttcher. Aber auch an körperliche Züchtigungen, um das linkshändige Schreiben zu unterbinden, erinnert sich eine Ehemalige. Der Eindruck, den die Klassenlehrerin hinterließ, scheint aber bei vielen so positiv gewesen zu sein, dass sechs von ihnen selbst Lehrerinnen wurden. „Für mich war schon in der Grundschule klar, dass ich Lehrerin werden wollte“, erzählt Ingrid Kranert. Sie und die Fremdsprachenkorrespondentin Ada Böttcher waren schon in der Grundschule beste Freundinnen, bei einem späteren Klassentreffen lebte die alte Freundschaft wieder auf: „Es ist so schön vertraut“, freut sich Kranert. Alle zwei bis drei Wochen treffen sich die beiden Frauen, die auch das Interesse an Familienforschung teilen. „Auch nach so vielen Jahren sind die Grundzüge der Persönlichkeiten gleich geblieben. Ein Trauerkloß bleibt ein Trauerkloß“, lacht Ada Böttcher. In Winterhude und Alsterdorf lebt heute keine der ehemaligen Schülerinnen mehr, die nur während der Schwangerschaft von Gertrud Jung kurzzeitig zusammen mit Jungen von einer Nonne unterrichtet wurden. „Damals fuhr ja auch noch die Straßenbahn, aber das Geld für die Fahrkarte habe ich oft für Süßigkeiten aus dem Kiosk gegenüber der Schule gespart und bin von der Willistraße zu Fuß gelaufen“, schwelgt Ada Böttcher zusammen mit ihren alten Freundinnen in Erinnerungen. (flü)
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