Gefährliche Erikastraße in Hamburg

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Beim Überqueren der Erikastraße ist für die Kindergruppe Eppendorf Vorsicht geboten. Viele Autofahrer ignorieren die Einbahstraßenschilder und durchfahren den Teilabschnitt in Richtung Lokstedter Weg Fotos: Sichting
 
Ein Schilderwald an der Kreuzung zum Lokstedter Weg. Die Beschilderung richtet sich allerdings nur an die Radfahrer, die die Einbahnstraße beidseitig durchfahren dürfen

Autofahrer ignorieren Einbahnstraßenregelung. Fußgängerüberweg zugeparkt

Hamburg. Autofahrer, die aus der Erikastraße heraus rechts auf den Lokstedter Weg abbogen, übersahen in der Vergangenheit häufig die Bedarfsampel an der Ausfahrt. Sie fuhren regelmäßig bei Rot weiter. Eine gefährliche Ecke für Fahrradfahrer und Fußgänger. Mehrmals täglich kam es zu gefährlichen Situationen. Mit der Einrichtung einer Einbahnstraße im vergangenen Sommer wurde das Ausfahren aus der Erikastraße unmöglich. Fast unmöglich.

Schwierige Situation

„Wir stoppen regelmäßig Autofahrer, die die Einbahnstraßenregelung einfach ignorieren. Um die Erikastraße schnell in falscher Richtung zu durchqueren, drücken die rücksichtslosen Verkehrsrowdys richtig aufs Gas. Hier ist normalerweise Tempo 30 erlaubt. Die meisten fahren aber wenigstens mit 50 km/h durch unsere Straße“, schimpft Katrin Lichtenfeld aus der Kindergruppe Eppendorf. „Unsere Einrichtung liegt direkt an der Einbahnstraße. Wenn wir mit unseren Kindern raus wollen, überqueren wir gezwungenermaßen die Erikastraße. Aufgrund der schwierigen Parkplatzsituation hier ist der Fußgängerüberweg regelmäßig zugeparkt. Ein Unding. Viele Pkw-Halter fahren auch auf der Suche nach einem Parkplatz in falscher Richtung hoch zum Lokstedter Weg und wenden dann urplötzlich. Man kann sich überhaupt nicht auf eine Verkehrssituation einstellen. Wenn wir mit unseren 15 Kindern unterwegs sind, hat man das ständig im Hinterkopf. Eine schwierige Situation“, schiebt die Erzieherin nach.
„Aus Sicht des Eppendorfer Bürgervereins ist es nicht akzeptabel, eine bestehende Einbahnstraßenregelung zu missachten. Dass dadurch dann auch noch Kinder gefährdet werden, macht es noch schlimmer. Wir regen an, dass sich die Betroffenen an den Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude am 10. Februar wenden. Die dortigen Politikvertreter sollen dann im Sinne der Kinder bei der Polizei intervenieren. Falls die Kita dabei Hilfestellung benötigt, würden wir gerne Unterstützung leisten“, ergänzt Thomas Domres vom Bürgerverein Eppendorf. „Die Autofahrer weisen uns immer wieder darauf hin, dass doch an der Kreuzung zum Lokstedter Weg ein Vorfahrtsschild und ein Rechtsabbiegerpfeil angebracht sind. Diese Beschilderung kann doch aber keine Rechtfertigung für das falsche Fahren auf einer Straße sein“, so Erzieherin Sabine Borrack empört. Ein Polizeibeamter der Wache Troplowitzstraße erläutert auf Anfrage des Wochenblatts die Lage: „Diese beiden Schilder sind nicht für Autofahrer. Sie sind wesentlich kleiner, als die Originalschilder. Diese hier sind für die Radfahrer, die ja weiterhin die Erikastraße in beiden Richtungen befahren dürfen. Um Unfälle zu vermeiden, haben wir diese Schilder für die Radfahrer angebracht.“

„Sicherheit der Kinder geht alle was an“

Beschilderung hin oder her. Fakt ist, dass durch das rücksichtslose und „wilde“ Verhalten einiger Autofahrer Gefahrensituationen entstehen. Hier und überall in der Stadt. Mit ein bisschen mehr Rücksicht und angepasstem Tempo würde es gar nicht erst zu diesen schwierigen Situationen kommen. Kai Elmendorf von den Grünen sieht ein Grundproblem: „Leider stelle ich immer häufiger fest, dass es manchen Autofahrern egal ist, dass sie Gehwege zuparken und Straßenschilder missachten. Dass sie dadurch nicht nur ältere Menschen und Mütter und Väter mit kleinen Kindern behindern, sondern auch einem höheren Risiko aussetzen, scheint ihnen egal zu sein. Wir werden uns im Regionalausschuss dafür einsetzen, dass dort etwas passiert. Die Sicherheit unserer Kinder geht uns alle etwas an.“ (ms)
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