Gefährliches Nadelöhr

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Über die Baustelle am Moorfuhrtweg gab es Beschwerden: Die Absperrbaken standen zu weit auseinander. Autofahrer sahen sich schon über dem Loch in der Straße hängen. Foto: Gemeinholzer

Moorfuhrtweg: Verbindung zum Mühlenkamp bleibt einspurig

Von Anne Gemeinholzer

Winterhude. Wer den Moorfuhrtweg zurzeit mit dem Auto befährt, kommt nur im Schritttempo vorwärts – und das nur in eine Richtung. Kurz hinter dem Goldbekplatz in Richtung Poßmoorweg steht auf etwa 50 Metern nur ein schmaler Fahrbahn-Streifen zur Verfügung, auf der anderen Hälfte der Straße klafft ein Graben. 1,20 Meter tief ging es noch Anfang vergangener Woche hinunter. Einige Autofahrer sahen sich – vor allem bei der jetzt früh einsetzenden Dunkelheit – schon fast im Graben liegen. Denn die Absperrbaken standen mehrere Meter auseinander, am Wochenende wurde die Anzahl der Baken verdoppelt. „Wir können keinen Bauzaun aufstellen, der wird hier sofort umgefahren“, sagt Straßenbauarbeiter Daniel Leesch. Mitte vergangener Woche war der Graben nur noch etwa halb so tief, weil bereits eine Schottertragschicht aufgebracht worden war. An der Baustelle, welche den Moorfuhrtweg zum Nadelöhr macht, wälzt sich täglich eine Blechlawine Richtung Mühlenkamp. Denn auch die Dorotheenstraße zwischen Maria-Louisen-Straße und Krohnskamp wird weiterhin voll gesperrt bleiben – der Moorfuhrtweg bleibt die einzige Verbindung dahin. Grund für die Arbeiten ist die Umsetzung des Busbeschleunigungsprogramms des Senats: Die Bushaltestelle im Moorfuhrtweg wird komplett umgebaut. Auch der Gehweg und die Parkbuchten werden neu angelegt. Die gesamte Fahrbahn muss anders aufgeteilt werden, damit der Bus künftig auf der Straße halten kann. Die Arbeiten sollen noch bis Anfang Dezember andauern. In dieser Woche soll die Betonplatte für die Bushaltestelle geschüttet werden.
Das WochenBlatt fragte bei den Betroffenen nach: Wie lebt es sich mit der Baustelle? „Ich komme mit dem Auto zur Arbeit und denke immer, ob der Platz wohl reicht? Aber die Gefahr abzustürzen, habe ich noch nicht gesehen“, sagt Christian Kruse. Der Filialleiter des Bio-Supermarkts „Erdkorn“ machte sich im Vorfeld ganz andere Sorgen: „Mir war Angst und Bange. Aber die Umsätze sind nur ein bisschen weniger geworden. Ich hatte mit mehr Einbußen gerechnet“, sagt Kruse. Denn direkt vor dem Geschäft könnten seine Kunden ja nun nicht mehr parken. Um sinkende Umsätze macht sich Nachbar Konrad Griep vom Fahrradgeschäft „Konradfiets“ keine Gedanken: „Umsatzeinbußen machen sich bei uns kaum bemerkbar, weil nur ein Prozent unserer Kunden mit dem Auto kommt.“ Kritik an der Baustelle hat er trotzdem: „Ich finde es fragwürdig, wie viel Aufwand getrieben wird. Wenn es an der Technik liegt, die im Boden versenkt wird, sollten sie meiner Meinung nach lieber mehr Busse einsetzen. Wenn die Busse alle fünf Minuten fahren, braucht man auch keine elektronischen Anzeigetafeln – das ist keine nachhaltige Investition“, meint der Geschäftsmann. (ag)
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