Gertigstraße: Bushaltestelle bleibt

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Sie bleibt wo sie ist: die Bushaltestelle am MühlenkampFoto: Kuchenbecker

Doch wo sollen die 25 Meter langen Doppelgelenkbusse halten?

Winterhude. Die Bushaltestelle Gertigstraße bleibt an ihrem jetzigen Standort. Daran will auch der Senat nicht rütteln. Aufatmen bei Anwohnern und Geschäftsleuten und den lokalen Politikern. Wochenlang hatten die Umbaupläne im Rahmen des Busbeschleunigungsprogramms, die Verlegung der Bushaltestelle an die „schmalste“ Stelle am Mühlenkamp, für Missmut gesorgt. Jetzt ist raus, warum man unbedingt an den Planungen festhalten wollte: Der SPD Senat hat den Einsatz von Doppelgelenkbussen auch auf den Linien 6 und 25 beschlossen. Dieses geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Wahlkreisabgeordneten Andreas Wankum hervor. Und dabei schienen die Kosten bei den Planungen für den Umbau des Mühlenkamps keine Rolle gespielt zu haben. Denn diese wurden anscheinend nicht ermittelt.
Die ersten Testfahrten durch Winterhude sind bereits im Sommer 2013 gemacht und für positiv bewertet worden, heißt es in der Senatsantwort weiter. Bauliche Maßnahmen werden allerdings erforderlich, will man Busse mit einer Länge von 25 Metern einsetzen. Und genau das ist geplant. Besonders auf der MetroBus-Linie 6, die während der Hauptverkehrszeiten bereits im 3 1/3-Minuten-Takt mit 18-Meter-Gelenkbussen befahren wird. Hier solle die Kapazität um bis zu 30 Prozent durch das Busbeschleunigungsprogramm erhöht werden.
Doch um welchen Preis? „Das tägliche Chaos am Mühlenkamp ist doch programmiert“, so Bernd Kroll, Sprecher der Initiative Unser Mühlenkamp. „Wenn schon heute die 18 Meter langen Busse es häufig nicht durch den Mühlenkamp schaffen, wie soll das mit den 25 Meter langen Doppelgelenkbussen klappen?“ fragt er weiter.

Keine Kostenprüfung

Und es scheint, als ob man „blind“ an den Ausbauplänen festgehalten habe. Nach Informationen des Hamburger Wochenblattes wurden die verschiedenen Planungsvarianten zur Umgestaltung des Mühlenkamps keinerlei Kostenprüfungen unterzogen. Dies geht aus einer Anfrage der CDU beim Bezirksamt Hamburg-Nord hervor. Warum man bei der Planungswerkstatt denn nicht auf die Baukosten eingegangen sei, wollte man bei CDU wissen und fragte nach einer detaillierten Kostenaufstellung der einzelnen Varianten. Aus der Fachbehörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation hieß es dazu nur: „Die voraussichtlichen Baukosten wurden für die einzelnen Varianten nicht ermittelt.“
„Unfassbar“, so der Initiativen-Sprecher weiter, „wie verantwortungslos der SPD Senat mit unseren Steuergeldern umgeht. Es kann doch nicht sein, dass man eine Umgestaltung am Mühlenkamp plant und keinen interessieren die damit verbunden Baukosten.“
Und obwohl die Verlegung der Bushaltestelle Gertigstraße erst einmal vom Tisch ist, wartet die nächste „Baustelle“ am Mühlenkamp. „Jetzt gilt es, den Beschluss des SPD Senats, die Gertigstraße zur unechten Einbahnstraße zu machen, zu verhindern. Es kann nicht sein, dass zukünftig bis zu 2.000 Autos zusätzlich durch die Semperstraße, Schinkelstraße oder Preystraße fahren sollen. Wir sind zuversichtlich, dass wir Dank der tollen Unterstützung aus dem Quartier auch diesen Blödsinn noch verhindern können“, so Bernd Kroll weiter.
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