Geschichte(n) vor Ort

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Christian Hanke schreibt seit 30 Jahren für das Hamburger Wochenblatt

Von Waltraud Haas
Harvestehude
Fast hätte er es vergessen... Seit drei Jahrzehnten ist Christian Hanke, 62, ganz nah dran – im Einsatz für das Hamburger Wochenblatt: Anlass für einen Rückblick. Er lebt dort, wo er arbeitet: in Harvestehude. Geboren und aufgewachsen ist der agile Journalist etwa 500 Meter südlich, in Rotherbaum. Seit Kindertagen hat er seine Umgebung erobert und ihren Wandel miterlebt. Die Uni liegt ebenfalls in „seinem“ angestammten Quartier. Dort studierte er Geschichtswissenschaft, Abschluss: Promotion. Bei seinen populären Büchern bleibt Dr. Christian Hanke seinen Wurzeln treu: Das Stadtteillexikon „Eppendorf von A bis Z“ etwa stammt aus seiner Feder – oder „Winterhude im Wandel“, erschienen 1992. Sein Werk „Hamburger Straßennamen“ erschien jüngst in einer überarbeiteten dritten Auflage.

30 Jahre ganz nah dran


Bei solcher Ortskenntnis kommt ihm die Vakanz im Hamburger Wochenblatt im August 1985 sehr gelegen. Just für „seine“ Stadtteile wird ein Nachfolger gesucht. Der erste Auftrag ist allerdings eine Umfrage in Billstedt: Was machen die Leute bei dem lausigen Sommerwetter? Sie kommt gut an, seitdem recherchiert und schreibt er für die Eppendorfer Ausgabe. Christian Hanke verfolgt Ereignisse aus Kultur und Lokalpolitik ebenso wie die „um die Ecke“, greift Hinweise und Geschichten auf: erlebte Geschichte für seine profunde Lokalberichterstattung.
So begleitet er etwa Ende der 1980er Jahre intensiv die Gründung des Kulturhauses Eppendorf. Oder die Proteste gegen die Schließung von Hamburger Bücherhallen Ende der 1990er Jahre. Das Aus der Bücherhalle im Stavenhagenhaus von Groß Borstel bedauert er bis heute. Wie den Abriss des Thalia-Kinos am Grindel. Immer wieder kann er allzu derbe Verfahrensweisen von Vermietern aufdecken. Oder von Investoren im Immobilienbereich, wie jüngst im Fall der „Tre Castagne“ in Eppendorf. Einen Teilerfolg immerhin erzielen Senioren im Clara-und Martin-Heimann-Stift an der Löwenstraße. Nach dem Verkauf ihres Wohnhauses müssen sie zwar die Bebauung ihres großen Gartens hinnehmen, aber sie bleiben dort weiter wohnen – zu bezahlbaren Mieten.

Technik im Wandel


Auch an den rasanten technischen Wandel erinnert sich Christian Hanke. 1985 gibt es weder Mobiltelefon, Computer oder Digitalkameras. Stattdessen tippt er noch im Zwei-Finger-System auf der mechanischen Schreibmaschine. Fotos sind nur im Papierformat zu liefern. Oft helfen Freunde beim aufwändigen Entwickeln seiner Filme. Die Hochglanzfotos werden mit den Texten in Nachtbriefkästen des Verlags deponiert und gelangen per Kurier zum Verlag – damals nach Bergedorf, wo das Wochenblatt noch mit Blei-Lettern gesetzt wird. Schon lange läuft der Versand von Texten und Digitalfotos per Mail. „Das wurde unglaublich schnell so geläufig, es ist nicht mehr wegzudenken.“ konstatiert Christian Hanke. Immer auf Achse genehmigt er sich dennoch Auszeiten. Dann genießt er das Treiben auf dem Allende-Platz vor dem Abaton. Christian Hanke bleibt auch wörtlich am Ball: Samstags spielt er eine Partie Tennis im Club an der Alster. „Mein einziger Luxus. Die Mitgliedschaft ist nicht ganz billig“, so Hanke. Das Stelldichein der Profis am Rothenbaum verfolgt er jedes Jahr. Und nicht nur als Rezensent liebt er Theaterluft. Seit den 1970er Jahren bis heute spielt er mit im Kellertheater. Aktuell tritt er im „Kleinen Prinz“ in mehreren Rollen auf. Und er arbeitet für den Verein „Einwirkzeit“. Bei fünf spannenden Inszenierungen an außergewöhnlichen Locations war er beteiligt. Im Oktober tritt er erneut im Stück von Ingrid Lausund auf. (wh)
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