Grundschule zu voll

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Mit ihrer Geduld am Ende: Die Eltern der Schule Forsmannstraße und Elternratsvorsitzende Corinna Hahne (vorne links) Foto: Flüß

Schülerzahlen stark gestiegen. Behörde vertröstet

Winterhude „Abends bin ich zwar müde, aber in meinen Beinen ist noch so viel Kraft“, erzählt Johannes. Der Sechsjährige besucht seine Grundschule Forsmannstraße gern, aber er kann sich dort nicht so richtig austoben, „weil der Pausenhof viel zu eng ist.“

Hofpause in Schichten


Auch Vater Daniel Kothes beobachtet am Verhalten seiner Tochter Emily, dass der Neunjährigen „abends die nötige Mischung aus Lernen, körperlicher Bewegung und Spaß fehlt“. Für Johannes, Emily und ihre Mitschüler ist die stark angestiegene Anzahl auf 342 Schüler im Januar 2015 täglich spürbar. Das ist für ihre Eltern nicht hinnehmbar. „Es geht hier um Kinder“, betont Elternratsvorsitzende Corinna Hahne, die mit ihrer Geduld am Ende ist. Der Schulhof sei für die im Verlauf der letzten fünf Jahre um 110 Schüler gewachsene Schule zu klein. Teilweise müsse dieser in zwei Schichten genutzt werden und es gäbe Streit um die Spielgeräte. In der kleinen Turnhalle werden zwei Klassen gleichzeitig unterrichtet, es gibt weder Ruheräume noch Mensa und Veranstaltungsraum. „Wir können nicht kurzerhand die Zügigkeiten einschränken“, hieß es im Februar aus der Schulbehörde auf einen Brief des Elternrates.
„Die Situation besteht ja nicht erst seit gestern“, ärgert sich Corinna Hahne, deren Söhne Tom und Felix die vierte und zweite Klasse besuchen. „Schon 2011 haben unsere Vorgänger im Elternrat die Schulbehörde auf die Entwicklung hingewiesen.“ Besonders enttäuscht sind die Eltern darüber, dass ein Plan für ein zweites Gebäude in der Barmbeker Straße 30 – 32 keine Berücksichtigung findet. „Ab 2015 sollte das Gelände der Fremdsprachenschule dort genutzt werden. Wir wären sogar bereit gewesen, erst einmal Container dort aufzustellen. Das wurde aber aus finanziellen Gründen abgelehnt.“ Eine andere Lösung als die Reduzierung der Schüleranzahl sieht sie nun nicht mehr: „Wir waren sehr kooperativ. Aber es sind einfach zu viele Probleme. Es müssen weniger Schüler werden.“

Behörde: Lage erkannt


Amelie zur Brügge befürchtet hingegen, dass ihre Tochter bei einer Reduzierung nicht von der Vorschule auf die Grundschule wechseln kann: „Kinder sollen doch ankommen und nicht aus ihrem Umfeld herausgerissen und umgetopft werden.“
Schulbehördensprecher Peter Albrecht verweist auf das Schreiben, das dem Elternrat schon zugestellt wurde: Die beengten Platzverhältnisse seien der Behörde bekannt, heißt es darin. Man wolle dafür Sorge tragen, dass sich die Situation nicht zuspitze. Der Elternrat solle aber Verständnis dafür haben, dass die Kinder der jetzigen Anmelderunde einen Schulplatz benötigen. (flü)
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