Hamburg: 175 Jahre – für alle offen

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Hier wird gefeiert und alle sind eingeladen: Eingangsbereich des Israelitischen Krankenhauses am Orchideenstieg Fotos: Haas

Israelitisches Krankenhaus lädt am 13. September zur Besichtigung ein

Hamburg. Das Telefon im Direktorium steht nicht mehr still, denn hier wird in dieser Woche groß gefeiert: Neben einem Festakt für geladene Gäste lädt das Israelitische Krankenhaus ein zum Tag der offenen Tür für alle Besucher aus Hamburg und Umgebung. Am Sonnabend, 13. September, von 10 bis 17 Uhr können Gäste das Krankenhaus am Orchideenstieg 14 entdecken: die Intensivstation und den OP erkunden, sich über Endoskopie informieren oder bei Hausführungen einen Blick hinter die Kulissen werfen und medizinischen Fachvorträgen lauschen (von 11-16.30 Uhr). Im Eingangsbereich gibt es Informationen und Mitmachangebote: Einen Schwerpunkt bilden ernährungsbezogene Erkrankungen, dazu passend können Produkte einer gesunden Ernährung verkostet werden.
Zudem lockt ein buntes Rahmenprogramm: mit Musik der „Hot Jazz Stompers“ im Park, wo der Chefkoch mit einem „Live Cooking Barbecue“ aufwartet (12-15 Uhr), während Kinder in einer Hüpfburg toben oder den Zirkuskünstler Fantastikus bewundern können. Das ganze Programm auf ik-h.de.

Spezialisiert auf Verdauungsorgane

Der feierliche Anlass ist der 175. Jahrestag der Stiftung durch Salomon Heine. Der jüdische Bankier und Mäzen der Stadt – und auch seines Neffen Heinrich Heine – nahm 1839 die desolate Krankenversorgung in Hamburg zum Anlass, ein neues Hospital zu stiften, gewidmet dem Andenken seiner Frau Betty. Heines Leitmotiv: „Menschenliebe ist die Krone aller Tugenden“. Bis heute verfolgt das Israelitische Krankenhaus sein offenes Konzept: Behandelt werden alle Menschen – gleich welcher Religion, Hautfarbe oder Nationalität sie angehören. Der gute Ruf des Krankenhauses verdankt sich einer topaktuellen interdisziplinären Medizin, spezialisiert auf die Behandlung der Verdauungsorgane und seiner herausragenden Pflege. Und das bis zuletzt: durch das Palliative Care Team und einem hauseigenen Hospiz.
Das Hospiz, ab 1841 in der Eckernförder Straße, „hinter der Reeperbahn“ angesiedelt, war eines der ersten jüdischen Krankenhäuser in Deutschland. Von Beginn an beliebt, wurde das Gebäude auf St. Pauli durch die Nazis beschlagnahmt, die Stiftung aufgelöst; der Krankenhausbetrieb 1939 verlegt, zunächst in die Privatklinik Johnsallee und 1942 in das Siechenheim an der Schäferkampsallee.
Engagierten Kuratoren, Freunden und Förderern gelang es mit Unterstützung der Stadt Hamburg, das Israelitische Krankenhaus im Juli 1961in einem neu errichteten Gebäude am Orchideenstieg wieder zu eröffnen. (wh)
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