Hamburg: Den Dalai Lama befragen

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Der 14. Dalai Lama bekam 1989 den Friedensnobelpreis Foto: Jens Nagels/wb

Geistiges Oberhaupt der Buddhisten kommt nach Hamburg

Hamburg. Er ist das geistige Oberhaupt von sechs Millionen Tibetern und inspiriert weltweit viel mehr Menschen durch seine Sicht auf die Welt. Vom 23. bis 26. August kommt der Dalai Lama – der buddhistische Mönch Tendzin Gyatsho (79) - auf Einladung des Tibetischen Zentrums nach Hamburg. Das Wochenblatt sprach Stefanie Krüger und Christof Spitz, Geschäftsführer des Tibetischen Zentrums in Hamburg.

WochenBlatt: Der 14. Dalai Lama kommt bereits zum sechsten Mal nach Hamburg. Was macht seinen Besuch so besonders?
Stefanie Krüger: Jeder Besuch ist inzwischen etwas Besonderes, schon wegen seines hohen Alters und der Tatsache, dass sein Aufenthalt in Hamburg besonders lange dauert. Für Hamburg ist dies eine große Auszeichnung.“ Jeder Aufenthalt habe einen bestimmten Schwerpunkt. Diesmal gibt er an zwei Tagen Unterweisungen zum Text von Shantideva. Es sei sehr inspirierend, diesen Text von einem der höchsten Lehrer des Buddhismus erläutert zu bekommen.

WB: Was ist die Botschaft des Dalai Lama?
Krüger: Er gilt als Botschafter des friedvollen Zusammenlebens. Für ihn gibt es ein Wertesystem, das über alle Religionen hinweg gültig ist und das auf Mitgefühl, Gewaltlosigkeit und Toleranz fußt. Dieses bezeichnet er als säkulare Ethik.

WB: Wo kann man den Friedensnobelpreisträger treffen?
Krüger: Im Congress Center Hamburg (CCH) spricht der Dalai Lama am Sonnabend über ethisches Zusammenleben in der Gesellschaft. In seinen Vorträgen am Sonntag und Montag „Das Leben meistern durch Geistesschulung“ erklärt er, wie Menschen das Leben bereichern können, indem sie sich auf innere Qualitäten stützen. Geduld, Achtsamkeit und Mitgefühl sind wirkungsvolle Methoden, um mit Herausforderungen und Stress umzugehen, neue Denkweisen zu erlernen und umzusetzen. Am Dienstag Vormittag hält der Dalai Lama ein buddhistisches Ritual zur Entwicklung von Mitgefühl ab. Ab 13 Uhr ist er in der Hamburger Laeiszhalle zu Gast bei der Jubiläumsfeier der Tibet Initiative Deutschland e.V. und dem Verein der Tibeter in Deutschland. Auf der Website www.dalailama-hamburg.de können Interessierte ihre Frage an den Dalai Lama online einreichen.

WB: Die Tickets kosten 30 Euro ermäßigt, die Dauerkarten
110 Euro. Warum sind sie so teuer?
Christof Spitz: Wir haben unsere Ticketpreise so errechnet, dass lediglich die Kosten der Veranstaltung gedeckt werden. Bei der Planung gingen wir von einer Auslastung von 75 Prozent aus. Gewinne streben wir nicht an. Der Dalai Lama nimmt für seine Vorträge kein Honorar. Wie bei jeder Großveranstaltung sind für seinen Besuch aber zahlreiche Ausgaben nötig, von der Miete bis zum Sanitätsdienst.“
WB: Wenn es doch Gewinn gibt?
Spitz: Sollte die Event GmbH des Tibetischen Zentrums Überschüsse erwirtschaften, etwa durch den ehrenamtlichen Einsatz vieler freiwilliger Helfer, wird dieser in Absprache mit dem Dalai Lama für gemeinnützige Zwecke verwendet. (wb)
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