Hamburg: Der Mühlenkamp(f)

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Busbeschleunigung: Ab Oktober soll der Mühlenkamp umgebaut werdenFoto: ch

Initiative protestiert nach Verkehrsentscheidung: „Jetzt erst recht!“

Hamburg. Die Entscheidung über die Zukunft des Mühlenkamps ist gefallen: der Regionalausschuss Eppendorf/Winterhude beschloss in der überfüllten Großen Halle des Goldbekhauses mit den Stimmen von SPD und FDP gegen die Mehrheit der anwesenden 500 Bürger. Diese verfolgten die erneuten Diskussionen um den Mühlenkamp im Saal, der die Anwesenden nicht fassen konnte, und davor. Über eine Lautsprecheranlage konnten diejenigen, die nicht mehr in den Saal gelassen werden konnten, die Ausschusssitzung im Hof mitverfolgen. Es herrschte eine aufgeregte Stimmung, wie bei wegweisenden großen Entscheidungen der Politik. Wut, Ärger und Enttäuschung über die Äußerungen der SPD und von Roland Hansen, im Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer zuständig für die Busbeschleunigung, der die Positionen der zuständigen Fachbehörde vortrug, machten sich wie in den Sitzungen zuvor immer wieder Luft. Die anwesenden Anwohner fühlten sich verschaukelt. Viele ihrer Vorschläge und Kritikpunkte, die in mehreren Ausschusssitzungen, am Runden Tisch und in Planungswerkstätten vorgetragen worden waren, fanden auch in dieser abschließenden Sitzung keine Berücksichtigung. Umgekehrt konnte sich CDU-Sprecher Christoph Ploß des tosenden Beifalls der Anwesenden sicher sein, wenn er gesprochen hatte. Die CDU hatte die Positionen der Initiative „Unser Mühlenkamp“ weitgehend übernommen. Angesichts der Ablehnung von Anliegen durch SPD und FDP, die den Anwohnern sehr am Herzen lagen, wie der Aufhebung des Linksabbiegers in die Gertigstraße oder der Vergrößerung der Bushaltestelle Gertigstraße, fand Ploß entsprechende Worte in Richtung SPD und Fachbehörde.

„Wer Wind sät...“

Auch Kai Elmendorf von den Grünen kritisierte diese Positionen: „Viele Punkte sind nicht berücksichtigt worden, die den Bürgern wichtig sind. Die vielen guten Ideen des ‚Runden Tisches Mühlenkamp‘ werden vom Senat weiterhin kaum aufgegriffen. Was als schwungvolle Initiative für den gesamten Mühlenkamp begonnen hat, wurde von Seiten der Behörden ausschließlich auf die Interessen des Busbeschleunigungsprogrammes heruntergedampft.“ FDP und Linke konnten einige Pluspunkte bei den Anwohnern gewinnen, wurden für anderes auch kritisiert. Tobias Behnke (FDP) positionierte seine Partei als Kritiker des Busbeschleunigungsprogramms, trug aber viele SPD-Entscheidungen mit. Karin Haas (Linke) machte sich mit deutlichem Votum für die Busbeschleunigung und gegen den Individualverkehr kaum Freunde.
Die Initiative „Unser Mühlenkamp“ kündigte nach der Sitzung Widerstand an. Niemals werde sie die Verlagerung des Durchgangsverkehrs von der Gertig- in die Semperstraße oder schlimmer durch die kleinen Straßen rund um dern Schinkelplatz, sechs Monate Dauerbaustelle am Mühlenkamp, „Verkehrsinseln mitten im Mühlenkamp“, „sinnlose“ Baumfällungen und ein Lkw-Einfahrsverbot in die Gertigstaße akzeptieren. „Wir lassen uns von SPD und FDP nicht unseren Mühlenkamp kaputt machen. Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Jetzt erst recht“, fanden Philipp und Bernd Kroll von der Initiative starke Worte. Viele Anwohner sehen übrigens ganz andere Gründe dafür, warum die Busse nicht schneller sind, zum Beispiel den Fahrkartenverkau. Deshalb forderten sie das Aufstellen von Fahrkartenautomaten an der Haltestelle Gertigstraße. (ch)
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S. Heymann aus Harvestehude | 26.03.2014 | 20:50  
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