Hamburg: Die Sporthalle für alle ist fertig!

Anzeige
 
Voller Vorfreude: (v. l.) Arndt Streckwall von der Ev. Stiftung Alsterdorf, Stufenkoordinatorin Bärbel Reichmann und Schulleiter Daniel RöheFoto: flü

Am Donnerstag wird die erste völlig barrierefreie Halle eingeweiht

Von Miriam Flüß
Hamburg. Endlich eine Sporthalle für alle: Am Donnerstag, 27. März, wird an der Bugenhagenschule die erste umfassend behindertengerechte Sporthalle in Anwesenheit von Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz eingeweiht. Der Bau auf dem Gelände der Evangelischen Stiftung Alsterdorf gilt als ein Leuchtturmprojekt, das weit über die Grenzen der Hansestadt hinaus strahlt. Als vollständig behindertengerecht bietet sie nämlich nicht nur Rollstuhlfahrern, sondern auch Blinden, Gehörlosen und Menschen mit geistiger Behinderung umfassende Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten.
Zu 40 Prozent werden die rund 900 Schüler der Bugenhagenschule, die in eine Integrationsschule und Schule für Kinder mit besonderem Förderbedarf aufgeteilt ist, die Dreifelder-Halle nutzen. „Wir mussten den Sportunterricht in der Vergangenheit auf verschiedene Hallen verteilen und hatten dadurch auch einen Zeitverlust. Nun haben wir die Halle direkt neben der Schultür“, freut sich Bärbel Reichmann, Stufenkoordinatorin an der Bugenhagenschule. Besonders groß ist die Freude auch über die verstellbare Kletterwand, die auch Schülern mit wenig Kraft das Klettern und Krabbeln ermöglicht. „Außerdem können wir Schaukeln für schwer Körperbehinderte installieren und haben Platz für eine Longe für Fahrradanfänger und fürs Trampolinspringen.“ Im Rollstuhlraum soll ein kleiner Fuhrpark eingerichtet werden, damit behinderte und nicht-behinderte Schüler gemeinsam Rollstuhl-Basketball spielen können. Am späten Nachmittag und abends wird die Halle dann rund 64.000 Sportlern für den Vereinssport und punktuelle Nutzungen zur Verfügung stehen. Türöffner in Höhe von 85 Zentimetern sind für Rollstuhlfahrer und Erstklässler gleichermaßen erreichbar, Kontraste in den Türzargen und Brailleschrift an den Umkleiden helfen Sehbehinderten bei der Orientierung, Würfelzahlen und Farbmarkierungen weisen Nichtlesenden den Weg und die Induktionsschleife im Hallenboden macht es Gehörlosen leichter: Bei der Ausstattung wurde eng mit zahlreichen Behindertenverbänden zusammengearbeitet, um allen Sportlern gerecht zu werden. „Wir mussten alles zusammenklauben, denn es gibt keine zentrale Stelle für das Know-how“, bilanziert Schulleiter Daniel Röhe.
Die Kosten dieser barrierefreien Dreifeld-Turnhalle belaufen sich auf etwa 5,5 Millionen Euro, davon finanzierte die Stadt Hamburg 1,2 Millionen Euro. Ermöglicht hat das bundesweit einzigartige Projekt der Evangelischen Stiftung Alsterdorf auch die engagierte Spendensammlung der Bugenhagen-Schüler, bei der nicht nur mehr als 40.000 Euro zusammen kamen, sondern auch fachliches Know-How ehrenamtlich zur Verfügung gestellt wurde. Ein Vater, der Ingenieur ist, hat zum Beispiel sein Wissen für die Akustik der Halle unentgeltlich eingebracht. Außerdem spendeten zahlreiche Hamburger Institutionen, darunter der FC St. Pauli, Alma Hoppes Lustspielhaus, die Special Olympics Hamburg, der HSV, die Uwe Seeler Stiftung und viele weitere Unterstützer knapp eine Million Euro. Somit ist das Ziel der Spendenaktion „Eine Million Bauherren gesucht“ fast erreicht.
Hallenzeiten können unter www.alsterdorf-helfen.de beantragt werden, eine Internetplattform zur Information über die Sportangebote ist in Planung.
Am Donnerstag, 27. März, um 11 Uhr wird die Halle von Bürgermeister Olaf Scholz, Sport-Senator Michael Neumann, prominenten Unterstützern und natürlich den Schülern der Bugenhagenschule feierlich eingeweiht.
Anzeige
Anzeige
1 Kommentar
6
Christoph Elrebe aus Alsterdorf | 11.04.2014 | 11:07  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige