Hamburg: Frauen mit Hang zu Hochhackigem gesucht

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Wissenschaftler untersuchen Auswirkungen Foto: thinkstock

Uni Hamburg klärt die Zusammenhänge von High Heels und Hohlkreuz

Von Malte Betz
Hamburg. Sichere Schritte in halsbrecherischen Stöckelschuhen können Männerblicke fesseln – und sogar die medizinische Forschung ein Stück voranbringen. Die Universität Hamburg sucht Frauen, zwischen ca. 20 und 40 Jahren, die als Probandinnen bei einer Studie über die Zusammenhänge von High-Heels und Hohlkreuzbildung mitmachen.
Wichtigste Voraussetzung: sicheres Gehen auf hohen Absätzen von sieben bis elf Zentimetern Höhe seit mindestens einem Jahr. Die High Heels sollten seitdem regelmäßig unter den Versen klemmen. „Es ist dabei unerheblich, ob das Tragen einmal die Woche für zwei Stunden erfolgt oder fast täglich im Büro“, erklärt Dr. Jan Schröder, der die wissenschaftliche Pilotstudie leitet.
Die Testpersonen müssen dabei ein paar Minuten auf einem Laufband mit drei Stundenkilometern gehen, sowohl in mitgebrachten Turnschuhen, als auch in ihren hochhackigen Schuhen. In dem stark abgedunkelten Testraum wird beim Laufen die Rückenoberfläche von einem Lichtscanner abgetastet und vermessen. Schröder: „Wir arbeiten mit ganz normalem Halogenlicht einer starken Glühbirne. Es wird bei der Messung keinerlei Strahlung freigesetzt, nicht einmal Laserstrahlung.“ Gesamtdauer der einmaligen Prozedur: 30 Minuten. Die Kandidatinnen sollten nach Möglichkeit beim „Stöckeln“ keine oder nur leichte Beschwerden verspüren. Bereits bestehende Schmerzen an den Hüften oder den Knien sind für die Studien-Teilnahme ungeeignet, sie würden das Ergebnis verfälschen.
High-Heels und kaputter Rücken – muss denn noch geforscht werden? Ja, sagt Dr. Schröder. Es gäbe zwar viele vorgefasste Meinungen über die Auswirkungen des extremen Schuhwerks auf das menschliche Skelett, „aber die wissenschaftliche Antwort ist bisher offen“, sagt Schröder im Gespräch mit dem Wochenblatt. „Erwiesen ist da nichts.“
Der promovierte Sportwissenschaftler aus dem Bereich Sportmedizin der Uni beschäftigt sich seit Jahren schwerpunktmäßig mit dem Rücken und seinen Belastungen. In der laufenden Studie haben bereits zwei Dutzend Probandinnen mitgemacht. Schröders eigene Frau steht übrigens nicht auf hohe Schuhe. Darüber ist der Mediziner nicht traurig. (bez)

Universität Hamburg, Bewegungswissenschaftl. Abt. Sportmedizin, Mollerstr. 2. Kontakt: Dr. Jan Schröder, jan.schroeder@uni-hamburg.de
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