Hamburg: Glaub-würdig in der Schule

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Hamburgs erster katholischer Schulpfarrer, Pastor Johannes Pricker (57) kann nicht immer eine Lösung, aber Begleitung anbieten Foto: Flüss

Neue Aufgabe für Pastor Pricker

Hamburg-Nord. „Ich bin mit allen Wassern gewaschen“, sagt Johannes Pricker und lacht. Das tut Hamburgs erster katholischer Schulpfarrer oft und gern. Dabei ist der Hintergrund dieses Satzes auch ein ernster: Während seiner Zeit als Stadtjugendseelsorger, Studentenpfarrer und vor allem Polizeipfarrer hat er „einen Einblick in alle Welten bekommen“.
Und der war nicht immer leicht: „Todesnachrichten zu überbringen war am härtesten“, erinnert sich Pricker, der vor 33 Jahren in Osnabrück zum Priester geweiht wurde. Nun wurde der langjährige Leiter der Winterhuder Kirchengemeinde St. Antonius zum katholischem Schulpfarrer ernannt. An der Sophie-Barat-Schule übernimmt der 57-jährige außerdem als Kirchenrektor die Leitung der Schulkapelle.

Hilfe auch bei Cybermobbing

„Die Schule hat eine Seele“, sagt Pricker, der zu seinen Beratungszeiten verlässlich für Schüler, Lehrer und Eltern da ist. Oft auch darüber hinaus, etwa in Krisensituationen wie im Februar, als eine Schülerin bei einem Fahrradunfall ums Leben kam. Oder bei Fällen von Cybermobbing, deren Häufigkeit zunimmt und bei denen „ich Betroffene und Täter gleichermaßen betreue“, so Johannes Pricker, an dessen Tür „Trau Dich!“ steht. Bei den Schülern nimmt er eine starke Zunahme von Glaubensfragen wahr. „In einer Gesellschaft, in der alles gleich gültig ist, wird die
Orientierung schwierig“, findet er dafür als Erklärung. Johannes Pricker ist Ansprechpartner für mehr als 700 Lehrer
und 9.500 Schüler an den 21 Schulen des Katholischen Schulverbandes. „Aber ich betreue auch nicht-katholische Schüler, die sich an mich wenden“, sagt er.
Schulleiterin Christiane Hofmann schätzt unter anderem seine Glaubwürdigkeit: „Er weiß, wie das Leben ist.“ Und der Pfarrer der 1968-er Generation, der Philosophie, evangelische und katholische Theologie studierte,
interessiert sich für fast alle Facetten des Lebens. In seiner Freizeit liest er ebenso die Goethe-Biografie von Rüdiger Safranski wie Tageszeitungen und Magazine: „Ich finde die Aufmachung von Zeitungen einfach interessant, da kann auch mal die ,Gala‘ dabei sein“, schmunzelt Pastor Pricker, der auch unter Hamburger Journalisten eine echte „Fangemeinde“ hat. (flü)
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