Hamburg: Groß im Überleben

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Ein Frühchen wird im UKE künstlich beatmet Foto: UKE

Besuch auf Frühchenstation des UKE – Infotag am 17. 11.

Eppendorf Petter, Jakob und Erik hatten es eilig, auf die Welt zu kommen. Zu eilig: Als die Drillinge in der 28. Schwangerschaftswoche im UKE geboren wurden, brachten sie nur 800 Gramm auf die Waage. Zu diesem Zeitpunkt sind lebenswichtige Organe wie die Lunge noch nicht voll ausgereift, deshalb liegt jeder der Brüder in einem Inkubator auf der Intensivstation für Früh- und Neugeborene. Mutter Dörte Seeckt (33) ist zusammen mit ihrem Mann Kolja täglich von 10 bis 20 Uhr bei ihren Drillingen, hilft bei der Versorgung und kuschelt ausgiebig mit den Babys. „Die drei brauchen zwar Atemunterstützung, aber sonst geht es ihnen wunderbar“, sagt Dörte Seeckt.
Eines von zehn Neugeborenen kommt im Schnitt vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt, rund 60.000 sind es jährlich in Deutschland. „Ursache dafür können Infektionen in der Schwangerschaft, Diabetes oder Bluthochdruck sein. Aber auch der demografische Wandel mit mehr Spätgebärenden spielt eine Rolle“, so Oberarzt Thilo Diehl (40). Auf der Station des Neonatologen stehen 15 Inkubatoren für Frühchen, 12 sind derzeit belegt. „90 Prozent der sehr kleinen Frühchen überleben und die Überlebensqualität hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr gebessert“, sagt Thiel. Eine große Rolle spielt dabei auch der Körperkontakt zu den Eltern. Dafür, dass die Eltern von Frühchen sich so gut aufgehoben fühlen, sorgen neben höchsten medizinischen Standards und einer freundlich gestalteten Station auch engagierte Kinderfachkrankenschwestern wie Melanie Brandt (38). Ihr ist es wichtig, werdenden Eltern die Angst vor einer Frühgeburt zu nehmen: „Wir informieren ausführlich und zeigen anhand einer 800 Gramm schweren Puppe, dass schon alles dran ist“, sagt Brandt. „Gerade Frühgeborene zeigen später gute Fähigkeiten, zu kompensieren“, hat Thilo Diehl beobachtet. Am 17. November von 14 bis 17 Uhr laden Brandt, Diehl und ihre Kollegen zum Weltfrühgeborenentag ein. Im Foyer des Neuen Klinikums, Gebäude 10, informieren sie rund ums Thema. Infos: welt-fruehgeborenen-tag.de (flü)
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