Hamburg: „Hier ist etwas zerrissen worden“

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Charly Weber hat diese zerbochene Bank als Mahnmal in Erinnerung an die vier Opfer des schweren Verkehrsunfalls vom 12. März 2011 entworfenFotos: Hanke

Charly Webers zerbrochene Bank als Erinnerung an den tödlichen Verkehrsunfall vor drei Jahren

Hamburg. Am Mittwoch jährt sich der furchtbare Verkehrsunfall zum dritten Mal, bei dem vier Menschen an der Kreuzung Eppendorfer Baum / Eppendorfer Landstraße / Lehmweg starben. Dort, wo vor drei Jahren, an einem sonnigen Sonnabendnachmittag, das Auto des Unfallfahrers nach Überschlag landete und Angela Kurrer, Sybille und Dietmar Mues sowie Günter Amendt tötete, ist ein Mahnmal der Erinnerung in Form einer gebrochenen Bank installiert worden, an deren Lehne die Namen der Opfer auf einem kleinen Messingschild eingraviert sind.

Gedenkveranstaltung

Am Mittwoch, 12. März, um 16.45 Uhr, dem ungefähren Zeitpunkt des Unfalls vor drei Jahren, wird es in einer Feierstunde der Öffentlichkeit präsentiert. Dagmar Wiedemann, die Vorsitzende der Bezirksversammlung Hamburg-Nord sowie Wanja Mues, einer der Söhne von Sibylle und Dietmar Mues, und Roman Raacke, der Sohn von Angela Kurrer, werden sprechen. Es folgt eine kurze musikalische Darbietung. Danach wird ab 17.15 Uhr eine Gedenkveranstaltung in der Nikolaikirche, Harvestehuder Weg 118, abgehalten, die sich aus Musik, einer Lesung mit Musik und einer Rede von Johann Hinrich Claussen, dem Hauptpastor von St. Nikolai, zusammensetzen wird.
Das Mahnmal wurde auf Initiative des Regionalausschusses Eppendorf / Winterhude der Bezirksversammlung Hamburg-Nord und auf Veranlassung der Hinterbliebenen der Opfer des Verkehrsunfalls von Charly Weber, einem mit den Hinterbliebenen befreundeten Grafiker und Designer entworfen.

„Das Mahnmal sollte so unmittelbar wie möglich sein, aber dabei dezent,
nicht aufdringlich bleiben.“ Charly Weber


„Das Mahnmal sollte so unmittelbar wie möglich sein, aber dabei dezent, nicht aufdringlich bleiben“, erläutert der Grafiker. Von den vier Bänken, die an der Unfallstelle um ein mit Stein eingefasstes Blumenbeet standen, wurde die vorderste durch den Unfall zerstört. Nun sind sie alle vier neu. Nur die, die der Kreuzung am nächsten steht, ist in der Mitte wie durchgebrochen. „Das zeigt: hier ist etwas zerrissen worden“, erklärt Charly Weber.
Ein Riss und ein kleines Schild erinnern dezent an Eppendorfs schwersten Verkehrsunfall, bei dem ein Epileptiker im Zustand eines Anfalls vier verdiente Bewohner des Stadtteile tötete: den Schauspieler Dietmar Mues und seine Frau, die Lehrerin Sibylle Mues, den Soziologen Günter Amendt und die Bildhauerin Angela Kurrer. Eppendorf wird sie nicht vergessen. (ch)
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