Hamburg: In geregelten Bahnen

Anzeige
Oldimer-Fans aus ganz Deutschland reisen jedes Jahr nach Hamburg, um an der Rallye durch den Stadtpark teilzunehmen. Dicke Brummer dürfen 2014 nicht mehr zwei Stunden lang auf die Piste
 
Lautes Motorgeheul soll es im kommenden Jahr nicht mehr geben Fotos: Stadtpark-Revival

Stadtpark Revival 2014 nur unter scharfen Auflagen gestattet

Von Christian Hanke
Hamburg. Das Stadtpark Revival, die Oldtimer-Veranstaltung in der Saarlandstraße, wird auch 2014 stattfinden. Aber die Veranstalter sind haarscharf an einem Verbot vorbeigeschrammt. Die wegen zunehmender Anwohnerbeschwerden über Lärm- und Abgasbelastungen schon in der Vergangenheit unter genauer Beobachtung stehende Veranstaltung hat bei den Beobachtern aus dem Bezirks-
amt Hamburg-Nord in diesem Jahr keine Freude ausgelöst. Auflagen an die Veranstalter wurden nicht eingehalten und der Lärmpegel stieg leicht an, blieb allerdings wie in den letzten Jahren im oberen zulässigen Bereich. Aber die unverändert lauten Ansagen des begeisterten Moderators lagen weit über dem Grenzwert. „Die Moderation wurde nicht weniger, sondern mehr. Damit blieb eine der Auflagen unerfüllt“, rügte Klaus-Dieter Marzahn, der Leiter des Fachamtes Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt im Bezirksamt Hamburg-Nord, in der jüngsten Sitzung des Regionalausschusses Eppendorf/Winterhude.

Amt: Mit Mühe zur Erlaubnis „durchgerungen“

Auch über den Lärmpegel war Marzahn nicht glücklich. Er musste sich mit „nicht immer angenehmen Kontakten zu Anwohnern“ beschäftigen. Nur mit Mühe konnte sich Marzahn zu einer erneuten Genehmigung für 2014 „durchringen“. „Sie haben Konsequenzen aus den Auflagen leider vermissen lassen. Die Verlässlichkeit ist nicht da“, sagte er den im Regionalausschuss zahlreich erschienenen Vertretern und Fahrern des Stadtpark Revivals. Entsprechend verhalten reagierten die Kommunalpolitiker. „Das ist eine Ohrfeige für den Veranstalter, eine dunkelgelbe Karte“, kommentierte Jan Freitag, der Sprecher der SPD im Regionalausschuss, Marzahns Beurteilung. Dennoch rangen sich CDU, SPD, FDP und Linke zu einer erneuten Erlaubnis für das Stadtpark Revival durch, das als Traditionsveranstaltung angesehen wird, die auch viele Touristen anzieht. „Es ist eine Visitenkarte für die Stadt“, meinte der CDU-Abgeordnete Christoph Ploß sogar. Nur die Grünen lehnen die Veranstaltung unverändert ab. Ihr Abgeordneter Kai Elmendorf enthielt sich der Stimme. Karin Haas von den Linken, auch eine Gegnerin des Stadtpark Revivals, wertete positiv, dass die Veranstalter zahlreich im Ausschuss erschienen waren und erneut Besserung gelobten.

Veranstalter verspricht Besserung

Uwe Quentmeier, einer der Veranstalter, versprach, dass er die Moderation künftig selbst übernehmen werde, denn er wüsste ja, was vom Bezirksamt gefordert sei. „Den Moderatoren gehen da oft die Emotionen durch. Das sind ja auch begeisterte Oldtimer-Fans. Da kann ich dann auch nichts machen“, sagte Quentmeier. Außerdem befinde sich die Veranstaltung weiter „im Verbesserungsprozess“, so die Veranstalter.
„Die lauteren Klassen werden keine zwei Stunden mehr laufen“, versprach Quentmeier. Einer der Fahrer unterstrich: „Wir sind im ständigen Kontakt mit Anwohnern und Mitfahrern.“ Thomas Domres, der Bezirksfraktionsvorsitzende der SPD, schlug vor, dass sich der Ausschuss vor der Sommerpause noch einmal nach den Auflagen für das Stadtpark Revival, das immer im September stattfindet, erkundigen möge. So wird es wohl geschehen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige