Hamburg: Mit 100 Beats pro Minute Leben retten

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Schüler lernen am Übungsphantom HerzmassageFoto: UKE

Am 29. März Reanimationskurs für alle auf dem Flughafen

Hamburg. „100 Beats pro Minute sind notwendig, um einen Menschen mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung am Leben zu halten“, klärt Dr. Malte Issleib die Schüler auf. „Als Eselsbrücke kann man sich dafür den Song ‚Stayin‘ Alive‘ der Bee Gees merken. Einfach den Song summen und im Takt drücken – dann kann man gar nichts falsch machen.“ Knapp 600 Hamburger Schüler der achten und neunten Klassen aus drei Hamburger Schulen trällern in diesen Tagen den Bee Gees Song. Ein Team aus dem Eppendorfer Universitätskrankenhaus (UKE) hat ihnen diesen Ohrwurm beigebracht, um sie so als Lebensretter bei Herzstillstand-Patienten auszubilden. Den Anfang machte das Bondenwald-Gymnasium in Niendorf. Es folgen die Heinrich-Hertz-Schule in Winterhude und das Heilwig-Gymnasium in Alsterdorf. Der „Wiederbelebungsunterricht“ findet im Rahmen der Aktionswoche „Hamburg rettet Leben“ statt, die noch bis zum Sonnabend, 29. März, läuft.
„Uns war es wichtig, dass wir diese Aktionswoche nutzen, um ein nachhaltiges Zeichen zu setzen. Etwas, das nicht nur kurzfristig für Aufmerksamkeit sorgt“, so der kommissarische Leiters der Klinik für Anästhesiologie Prof. Christian Zöllner.
Nur 15 Prozent der Hamburger werden in Ernstfall tätig und beginnen mit einer Reanimation, wenn es zum Herzstillstand kommt. Dadurch sinkt die Überlebenschance betroffener Herzstillstand-Patienten beträchtlich. Deshalb hat sich das UKE zum Ziel gesetzt, möglichst viele Menschen schon frühzeitig in Herz-Lungen-Wiederbelebung zu schulen, um die Helferquote in Hamburg zu verbessern.
Das Konzept der Klinik für Anästhesiologie am UKE sieht vor, dass die im Vorwege ausgebildeten Schüler das Projekt zukünftig als „peer teaching group“ weiterführen, und nachhaltig für weitere Kurse an den Schulen sorgen werden. Daneben wird das Team der Wissenschaftler aus der Anästhesiologie des UKE das Projekt in den kommenden Jahren begleiten und empirisch untersuchen. Folgende Fragestellungen stehen im Mittelpunkt: Wird es langfristig möglich sein die Herz-Lungen-Wiederbelebung in die Unterrichtspläne zu integrieren? Sind die extra ausgebildeten Schüler in der Lage, das Wissen korrekt an ihre Mitschüler weiter zu geben? (wb)

Zur Abschlussveranstaltung der Aktionswoche „Hamburg rettet Leben“ laden UKE, das Albertinen-Krankenhaus, das Bundeswehrkrankenhaus und der Flughafen interessierte Hamburger am Sonnabend, 29. März, von 8 bis 14 Uhr, zu Reanimationsübungen für Jedermann in die Abflughalle des Terminal 1 am Hamburg Airport ein.
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