Hamburg: „Problemzonen“ in Alsterdorf

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Heide Zeranski steht in einer Pfütze auf dem Gehweg an der Alsterdorfer Straße Zum Glück hat sie Gummistiefel an Foto: Sichting

Zu eng, schlammig: Anwohner klagen über schlechten Zustand der Wege

Hamburg. „Der Weg muss nicht mit Goldbarren ausgelegt werden, aber man kann doch wohl erwarten, dass dieser Abschnitt so in Schuss gehalten wird, wie es in Hamburg üblich ist“, klagt Anwohnerin Heide Zeranski. Bereits zur Bürgerschaftswahl 2011 hat sich die 69-Jährige per Brief über den schlechten Zustand des kombinierten Rad- und Fußwegs in der Alsterdorfer Straße Ecke Rathenaustraße beschwert. Darin heißt es: „Der Fußgängerweg kombiniert mit Fahrradweg ist hier in einem derart schlechten Zustand. Von einer Fahrradspur ist keine Rede. Einmal bin ich von einem Mann vom Fahrrad gestoßen worden. Hier muss unbedingt etwas geschehen.“
Bei Regenwetter reiht sich auf dem Abschnitt Pfütze an Pfütze. Die Wege sind ausgefahren. Passanten steigen mit langen Schritten über die kleinen Wasserlachen. „In diesem Bereich gibt es drei Schulen und Kitas, eine Seniorenwohnanlage und ein Krankenhaus. Außerdem benutzen viele Anwohner den Weg, um zum Bahnhof Ohlsdorf zu gelangen. Es muss endlich gehandelt werden“, fordert die Anwohnerin.
Bei einem Besichtigungstermin mit dem Wochenblatt läuft die engagierte Rentnerin demonstrativ mit ihren Gummistiefeln durch die Pfützen. „Man kann auf diesem Abschnitt nur auf der vielbefahrenen Straße laufen, ansonsten versaut man sich alles. Gerade, wenn ich mit meinem Rollator hier lang möchte, habe ich große Probleme. Nicht auszudenken, wie das hier aussieht, wenn jetzt noch die Kälte dazu kommt. Der ganze Weg vereist doch. Darum kümmert sich seit Jahren niemand. Das hier ist doch Niemandsland“, ist Heide Zeranski empört.
Während des Vor-Ort-Termins schlugen gleich mehrere Passanten in dieselbe Kerbe: „Das ist ein untragbarer Zustand. Hier muss unbedingt etwas passieren. Für unsere gehbehinderten Schüler ist der Weg eine Barriere“, beschwerte sich eine Lehrerin der Bugenhagen-Schule im Vorbeigehen.
Dorothee Martin, Fachsprecherin der SPD-Fraktion, hat im Oktober 2013 nach einem Telefonat schriftlich bestätigt, dass der genannte Abschnitt der Alsterdorfer Straße „als Handlungsbedarf“ erfasst ist. „Nichtsdestotrotz ist die Liste der abzuarbeitenden Wege gigantisch. Hamburg hat das größte Fahrradwegnetz Deutschlands und einige Problemzonen, in denen die Wege in einem noch deutlich schlechteren Zustand sind. Die Alsterdorfer Straße muss sich noch etwas gedulden, bis die Radwege erneuert wurden, die in noch schlechterem Zustand sind“, so Martin.
SPD-Fraktionssprecher Jörg W. Lewin dazu: „Von Seiten der SPD-Fraktion wurde dieses Problem am vergangenen Montag im Ausschuss von Frau Ros angesprochen. Ich werde mir die Örtlichkeit dort auch noch mal ansehen. Wir beraten uns mit Herrn Bartsch vom Tiefbau. Dieser Bereich der Alsterdorfer Straße ist allerdings insgesamt verkehrsmäßig eine Katastrophe und hat leider schmale Gehwege. Die Situation ist dort so, dass auch der Fahrradverkehr auf der Fahrbahn verlaufen muss.“ Gewiss ist nur eines: Heide Zeranski wird nicht lockerlassen. (ms)
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2 Kommentare
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Kai Debus aus Alsterdorf | 25.01.2014 | 16:08  
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Jan Schröder aus Alsterdorf | 01.03.2014 | 16:59  
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