Hamburg: Was ist typisch chinesisch?

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Begegnung der Kulturen: chinesische Mah-Jongg-Spieler spielen Mensch, ärgere Dich nicht Foto: Völkerkundemuseum/wb

Neue Ausstellung zeigt Alltagsgegenstände. Stäbchen sind längst deutsch

Hamburg. Was ist typisch deutsch, was typisch chinesisch? Welche Gegenstände gehören in Deutschland, welche in China ganz selbstverständlich zum Alltagsleben? Diesen Fragen geht eine neue Ausstellung im Völkerkundemuseum nach: „Unsichtbare Dinge. Typisch chinesisch, typisch deutsch“.
Ein Spucknapf, die Thermoskanne, eine Banknotenprüfmaschine - Dinge, ohne die kaum ein Chinese auskommt. Der sich über die Backform Guggelhupf, eine Weihnachtskugel oder Birkenstock-Sandalen nur wundern würde.
Typisch chinesische und deutsche Gegenstände sind in der neuen Ausstellung aufgestellt. Typische Szenen abgebildet. Rechte Seite chinesisch, linke Seite deutsch. In der Mitte hängend. Dahinter stehen große Plastiktaschen mit roten. blauen und weißen Streifen, in die Chinesen alles reinpacken, was sie transportieren müssen.
Für Chinesen selbstverständlich sind zum Beispiel elektrische Mückenschläger, Rückenkratzer oder mitunter rote Unterwäsche. Die wird im Reich der Mitte nicht etwa aus erotischen Gründen getragen, sondern in den Jahren des eigenen Tierkreiszeichens, um sicher durch das Jahr zu kommen. „Das Jahr des eigenen Tierkreiszeichens ist für die, die in diesem Zeichen geboren wurden, gefährlich. Dagegen hilft nur rote Unterwäsche. Man muss sie an jedem Tag des Jahres tragen“, erläuterte der chinesische Kurator der Ausstellung, Wu Xuefu, bei der Vorstellung.
Auch die Spielgewohnheiten der beiden Völker sind unterschiedlich. Chinesen spielen Mah-Jongg, Deutsche Mensch, ärgere Dich nicht. Schließlich werden Gegenstände ausgestellt, die es in beiden Kulturen gibt, aber mit verschiedenen Bedeutungen. Der bei vielen Deutschen so beliebte Gartenzwerg zum Beispiel gleicht dem chinesischen Hausgeist. Anderes hat sich vereinheitlicht. Essstäbchen und Wischmop sind auch unter Deutschen in Gebrauch. Die Ausstellung, die man, so Wulf Köpke, der Direktor des Völkerkundemuseums, mit einem Augenzwinkern betrachten sollte, verdeutlicht, dass Selbstverständliches nicht mehr wahrgenommen wird. Daher der Titel „Unsichtbare Dinge“.
Im Völkerkundemuseum werden die unsichtbaren Dinge nun sichtbar - und hörbar. Zu jedem Gegenstand wird eine Audiominiatur angeboten. Da kann man Ringelnatz hören oder Skatkloppen. (ch)

Die Ausstellung „Unsichtbare Dinge, Typisch chinesisch. Typisch deutsch“ wird bis zum 23. November im Völkerkundemuseum, Rothenbaumchaussee 64, gezeigt
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