Hamburger Bildhauerin im Stadtteil verewigt

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Bildhauerin Karin Hertz vor den Freischaum-Plastiken. Sie waren ein Geburtstagsgeschenk ihres Sohnes Foto: nik

Karin Hertz lebt in Winterhude nahe ihrer schönsten Werke

Von Nicole Kuchenbecker
Winterhude
Wer von der Jarrestraße aus in die Großheidestraße blickt, bleibt unweigerlich an verschiedenen Plastiken vor einem Eckhaus „kleben“. Dort zu sehen sind beispielsweise „Die Lesende“, der „Uhu“ oder auch „Spielende Hunde“. Die Skulpturen-Abbildungen sind allesamt nach den Originalen der Künstlerin Karin Hertz entstanden. Nicht weit entfernt davon lebt im Epiphanien Haus die heute 95-jährige Bildhauerin. Wenn sie gemeinsam mit ihrem Sohn Wolf Morrison eine kleine Runde durch Winterhude macht, kommt sie gern an ihren Kunstwerken vorbei. Das zaubert ein Lächeln auf ihr Gesicht. Erinnerungen werden wach. Die Künstlerin hat im Laufe ihres Lebens viele Skulpturen entstehen lassen; einige davon sind auch in Kiel zu finden. In Hamburg sind Hertz-Werke ebenso präsent: In Volksdorf tratschen zwei Marktfrauen und man hört fast wie die eine zur anderen sagt „Nu vertell mi dat doch.” An der Jarrestraße/Ecke Großheidestraße sind fünf Plastiken als Displays an Containerflächen angebracht. „Es war das Geschenk für meine Mutter zu ihrem 95. Geburtstag im Juli“, sagt der Sohn, „eine Überraschung.“ Und über die freut sich die Bildhauerin sehr. Karin Hertz ist bekannt für das Einfangen von realistischen Situationen, die sie figürlich geglättet darstellt. So wie bei der „Lesenden“ oder auch der „Ausschauenden“, einer 1,75 Meter großen Bronzefigur samt wartendem Hund. Die Skulptur entstand 2001. Die Plastiken wurden jeweils nach Größe und Ausrichtung ausgewählt, um an die öffentlich einsehbaren Freiflächen vor dem Haus zu passen. Passanten und Anwohner sind gleichermaßen von dem ungewöhnlichen Geburtstagsgeschenk begeistert. „Ich freue mich über so viele positive Kommentare”, sagt Morrison. Und weiter: „Die Reliefs und Abbildungen hier am Haus sind das Bemühen, Müllcontainer als Flächen zur Ausstellung von Bildwerken zu nutzen um den innerstädtischen Raum vielleicht lebendiger zu gestalten.“ Karin Hertz wurde 1921 in Winterhude geboren. Sie ist mit Leib und Seele Bildhauerin. Unter ihren Vorfahren finden sich der Physiker Heinrich Hertz, nach dem die Stadtteilschule in Winterhude benannt wurde, und Hermann Dahlström, Planer des Nord-Ostsee-Kanals.
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