Hamburger Drachenboote weg

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Jan Biedler lässt seine Drachenboote nun an der Außenalster zu Wasser Fotos: Flüß

Umzug nach Ärger: Vom Kampnagel ans Ostufer der Alster

Von Miriam Flüß
Hamburg Die Drachenboote sind jetzt aus Winterhude weitergezogen – und das nicht ganz freiwillig: Verleiher Jan Biedler vom Drachenbootzentrum Hamburg musste mit seiner Flotte den Anleger am Kampnagel-Gelände verlassen, nachdem sein Mietvertrag mit der Kulturfabrik ausgelaufen war. Zwei seiner sechs Drachenboote konnte er am Bootssteg der „Kajüte“ am Ostufer der Alster unterbringen. In die Freude über den neuen Standort mischt sich Wehmut: „Einen schöneren Ort als auf Kampnagel gibt es kaum. Aber Dutzenden Schulklassen müssen wir das Drachenbootfahren nun absagen. Wir haben das immer sehr günstig angeboten, aber hier geht das nicht. Die Schüler würden auf den teuren Segelyachten herumturnen.“ Biedler vermutet, dass auch der Lärm und das Toben der Kinder auf dem Kampnagel-Gelände zur Kündigung geführt haben. „Kampnagel fordert viel Toleranz ein, aber der Lärm war wohl zu viel.“ Das bestreitet Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard und betont: „Ich finde jede Art von Öffnung positiv. Nicht die Lautstärke ist der Grund für den Vertragsauslauf, sondern Differenzen in der Zusammenarbeit. Das sind rein betriebsinterne Gründe.“ Der Zugang zum Wasser, den Biedler seit 2010 als erster Mieter nutzte, soll weiter offengehalten werden. Konkrete Planungen gibt es noch nicht. Amelie Deuflhard kann sich aber vorstellen, dass es „nicht so kommerziell wird. Eventuell ein Projekt mit jungen Leuten.“ Deuflhard verweist darauf, dass mit Jan Biedler ein Drei-Jahres-Vertrag geschlossen wurde, der seit Sommer 2012 ausgelaufen ist. „Danach haben wir noch einmal mietfrei verlängert“, sagt Deuflhard. Biedler sieht das jedoch als Kooperation: „Die Kampnagel-Mitarbeiter haben dafür unseren Steg und die Slipanlage genutzt. Wir hätten auch noch gezahlt.“ Kampnagel wirft er vor, dass entgegen der Absprache kein Zaun und Tor vor dem Wasserzugang errichtet wurde, auch Umkleiden und Duschen hätte das Drachenbootzentrum nie erhalten. Vier der zwölf Meter langen Boote mit den Drachenköpfen sind nun erst einmal eingelagert. Am neuen Standort vermietet Biedler zurzeit hauptsächlich an Betriebssportgruppen, die in den ursprünglich aus China stammenden Bootstypen im Takt der charakteristischen Trommel über die Alster paddeln. „In Hamburg gibt es seit 25 Jahren Drachenboote, hier fand auch das erste deutsche Rennen statt. Das wird immer populärer“, erzählt Biedler, während er Drachenkopf und Trommel erstmal im Boot unter der Persenning verstaut. Aber noch hat er am neuen Anleger noch nicht so viel Publikum wie auf Kampnagel.
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