Hamburgs erster Grundschulsanitätsdienst

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Rettung mobil: Beim Einblick in das Innenleben eines Malteser-Rettungsfahrzeuges haben Irene, Victoria, Alexandra und Martha viel Spaß. Foto: ab
Winterhude/Steilshoop. Eigentlich möchte keiner mit ihnen etwas zu tun haben. Denn der Grund, warum sie zu Hilfe gerufen werden, ist meist von schmerzhafter Natur. Aber wer sie doch einmal benötigt, ist froh, dass es sie gibt. Gemeint sind Sanitäter. Ob nach einem Sturz beim Spielen auf dem Schulhof, dem Umknicken während eines Fußballspiels oder nach dem Verstauchen eines Fingers beim Basketballspiel - Verletzungen sind Alltag an Schulen und rasche Hilfe ist gefragt. Die Einrichtung eines Schulsanitätsdienstes, der im Notfall Erste Hilfe leistet, ist keine neue Idee und wird bereits an vielen Schulen praktiziert, allerdings geht jetzt erstmalig in Hamburg ein solcher Dienst an einer Grundschule an den Start. Insgesamt elf „Mini-Helfer“ der Katholischen Grundschule St. Antonius in Winterhude haben es sich auf die Fahne geschrieben, künftig ihren Mitschülern bei kleinen Unfällen zur Seite zu stehen. Unter der Anleitung von Lehrerin Anna Zaubitzer haben die Dritt- und Viertklässler in einer fünfmonatigen Ausbildung gelernt, Verbände anzulegen, die stabile Seitenlage anzuwenden, einen korrekten Notruf abzusetzen und verletzte Klassenkameraden einfühlsam zu trösten. Hintergrund des Hamburger Pilotprojektes sind die zwei Angebote „Abenteuer helfen“ und der Schulsanitätsdienst der Malteser. Ziel ist es, über den Einstieg mit der Ersten Hilfe die Dimensionen des Helfens erfahrbar zu machen und soziale Kompetenz und Engagement zu fördern.
Am vergangenen Mittwoch mussten die Schülerinnen und Schüler in der Malteser-Rettungswache in Steilshoop ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse im Rahmen einer Abschlussprüfung unter Beweis stellen. Der 10jährige Luca hat gerade den ersten Teil der Abschlussprüfung bestanden: „Die stabile Seitenlage ist einfach, dafür habe ich nicht viel üben müssen“, erzählt er, und erklärt: „Zuerst muss man den Atem prüfen und schauen, ob sich zum Beispiel ein Bonbon im Mund befindet, und dann legt man den Verletzten in die Seitenlage.“ Ganz anders sah das in den vergangenen Wochen im Hause Weininger aus. Dort wurde fleißig geübt und zwar an allen Familienmitgliedern. „Unserer Tochter Vera war mit großem Eifer und Interesse bei der Sache. Im heimischen Wohnzimmer übte sie stabile Seitenlage sogar mit ihrer Oma und war ganz stolz, dass sie das besser konnte als wir Erwachsenen“, sagt Jürgen Weininger, Vater der 10jährigen Vera aus Alsterdorf. Und auch in der zweiten Prüfung, „Verband anlegen“, bewiesen Vera und ihre Mitschüler an „echten“ Verletzten gekonnt ihre Fähigkeiten. Am Ende hielten die kleinen Nachwuchssanitäter allesamt eine Urkunde in den Händen, die offiziell ihre Ernennung zum „Mini-Helfer“ bestätigt. Ab sofort sind Luca, Vera und die anderen Kinder zusammen mit Lehrerin Zaubitzer in den Pausen mit einem Erste-Hilfe-Koffer ausgerüstet unterwegs. Auch wenn sie – hoffentlich – nicht oft zum Einsatz gerufen werden, nehmen die Mini-Helfer durch ihre Präsenz eine Vorbildrolle für ihre Mitschüler ein und zeigen, dass Verantwortung übernehmen und Nächstenliebe wichtig sind – auch schon in ganz jungem Alter. (ab)
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