Hamburgs neue Parkstraße

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Dass der stark benutzte Weg plötzlich eine Asphalt-Straße ist, verwundert viele Stadtparkbesucher. Auch viele Bezirksabgeordnete hatten sich Grundsanierung laut Plan so vorgestellt Foto: nk
 

CDU und Initiative gegen Asphaltierung. Doch es gibt historische Gründe

Von Nicole Kuchenbecker
Hamburg. Der Spielwiesenweg, der vom Südring bis zum Planschbecken quer durch den Stadtpark verläuft soll ein neues Gesicht bekommen: eine Asphaltdecke wird schon bald die 5,50 Meter breite Straße zieren. Unverständnis bei Anwohnern und Politikern gleichermaßen. Die Baumaßnahme, die rund 300 000 Euro verschlingt, war in keinem Ausschuss vom Bezirksamt ausführlich vorgestellt worden.
Umbaumaßnahmen
Am 17. Juni 2013 tagte der Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude. Auf der Tagesordnung: die Umbaumaßnahmen im Stadtpark.
Vom Spielplatz und Planschbecken ist die Rede. Egbert Willing vom Management des öffentlichen Raumes im Bezirksamt Hamburg-Nord stellt die Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens vor. Der Stadtpark soll wieder „hübsch“ gemacht werden, zumal er 2014 seinen 100. Geburtstag feiert. Die Umbaumaßnahmen am Planschbecken werden ausführlich vorgestellt; ebenso werden über Fahrradabstellplätze, einem Multifunktionsbereich samt Slackline-Parcours gesprochen. Alles im Sitzungsprotokoll, das online einsehbar ist, ausgeführt. Doch über die Wegsanierung mit Asphaltierung fällt kein Wort.
Baustopp gefordert
In einer Kleinen Anfrage von Christoph Ploß (CDU) im Juli führt der Politiker die Grundsanierung des Zufahrtsweges mit 300.000 Euro an; wobei ihn die Finanzierung der rund drei Millionen teuren Gesamtmaßnahmen interessieren. Ahnungslos, dass es sich bei dieser Maßnahme um den Bau einer asphaltierten Straße handelt. Umso größer jetzt die Verwunderung und der Protest: „Eine flächendeckende Asphaltierung des Stadtparks lehnt die CDU klar ab. Es kann nicht sein, dass ein solches Vorhaben ohne Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt wird“, so der Politiker auf Nachfrage. „Wir von der CDU sind von der Asphaltierung des Stadtparks genauso negativ überrascht wie zahlreiche Bürger sowie die Bürgerinitiative „Unser Winterhude“. Uns ist keine einzige Drucksache bekannt, in der die Asphaltierung des Stadtparks besprochen geschweige denn darüber abgestimmt wurde.“
Unverständnis auch bei der Bürgerinitiative „Unser Winterhude“. Sprecher Bernd Kroll: „Eine Asphaltstraße in unserem Stadtpark geht gar nicht. Wir fordern einen sofortigen Baustopp und dann muss der Asphalt wieder weg.“

Im Sinne Schumachers

„Asphalt ist ein historisches Material“, verteidigt dagegen Mathias Buller, Sachgebietsleiter Planen und Bauen im Fachbereich Stadtgrün, die Asphaltierung. Er führt aus, dass beispielsweise Nordic Walking-Stöcker Grand durch ihre Spitzen arg zusetzen würden. Schützenhilfe bekommt er von Markus Hahn (SPD): „Da der Zustand des alten Weges leider nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprach und von vielen Schlaglöchern gekennzeichnet war, ist die Asphaltierung die richtige Lösung.“ Durch diese Maßnahme werde der historische Verlauf, den seinerzeit Fritz Schumacher schon geplant hatte, wieder hergestellt. Sie betreffe nur den absolut minimalen Bereich, der am stärksten frequentiert werde. Auch Heidi Gemar-Schneider, Erste Vorsitzende des Stadtpark Verein Hamburg, empfindet die Asphaltierung weder als „ungewöhnlich“ noch als störend: „Das war schon immer eine asphaltierte Straße.“

„Unauffälliger“ Belag

Unübersehbar ist die Straße nun da. Zwar fehlt noch die abschließende Asphaltdecke, aber man kann schon erkennen, was hier entsteht. „Sie wird ziemlich unauffällig“, versichert Buller. Geplant ist die Behandlung der Decke mittels Kugelstrahlen. Wie das dann aussehen würde, kann man an der Zufahrt des Planetariums sehen.
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