Hilfe für Schmerzpatienten in Eppendorf

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Chronische Schmerzen verursachen manchen Menschen jahrelange Qualen Symbolfoto: thinkstock

Selbsthilfegruppe richtet sich speziell an Berufstätige

Von Christian Hanke
Eppendorf
Schmerzen kennt jeder. Sie vergehen in der Regel wieder, einfach nach einer gewissen Zeit, durch ein Medikament oder eine bestimmte Behandlung. Was aber, wenn der Schmerz nicht vergeht, nicht behandelt werden kann? Höllenqualen leiden viele Menschen, die dauerhaft Schmerzen ertragen müssen. Wie Ursel Beckmann: die 63-jährige Chemikerin muss seit rund 30 Jahren mit Schmerzen leben. Sie ist deshalb berufsunfähig. Aber äußerst aktiv, wenn es um die Linderung von Schmerzen geht. Seit rund 25 Jahren ist sie die Sprecherin der SchmerzSelbsthilfe Eppendorf, die sich an jedem dritten Montag im Monat um 15 Uhr in einer Praxis in Eppendorf trifft. Etwa zehn Menschen tauschen sich über ihre Erfahrungen mit Methoden, Medikamenten, Arztpraxen in Sachen Schmerz aus. „Dieser Austausch ist Gold wert. Ich möchte das nicht missen“, so Ursel Beckmann, deren Lebensqualität sich durch die Treffen bei der SchmerzSelbsthilfe erhöht hat. Um berufstätigen Menschen, die an dauerhaften Schmerzen leiden, bessere Möglichkeiten zu geben, die Treffen zu besuchen, wurde jetzt eine zweite Gruppe eingerichtet, die sich an jedem ersten Montag im Monat um 18 Uhr bei der Evangelischen Familienbildung, Loogeplatz 14-16, trifft. Diese Treffen sind noch nicht ausgelastet.

Ursachen erkennen


Dennis Basler freut sich über diese zweite Terminmöglichkeit. Trotz seiner Nervenschmerzen seit zehn Jahren arbeitet der 39-jährige Jurist an der Universität als Vertrauensperson für Schwerbehinderte. Nervenschmerzen sind die schlimmsten. Sie sind am schwersten auszuhalten und haben offenbar keine Ursache, die man behandeln kann. „Man weiß inzwischen, woher sie kommen“, erläutert Ursel Beckmann. Doch meistens können sie allenfalls gelindert werden. Auch Phantomschmerzen, Schmerzen an Körperteilen, die es nicht mehr gibt, oder Schmerzen, die sich verselbstständigt haben, bleiben oft dauerhaft. „Die beruhen oft auf einer Entgleisung des Nervensystems. Das Rückenmark sendet Schmerz ans Gehirn, obwohl die Ursache für den Schmerz längst beseitigt ist“, erzählt die Sprecherin der SchmerzSelbsthilfe. Über Fragen zu allen diesen Schmerzarten tauschen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Selbsthilfegruppen aus. Etwa, welche Frage kann ich bei Ärzten stellen? Was kann ich ausprobieren? Wie finde ich die richtigen Ärzte? „Man kann es schaffen, Schmerzen aus der Wahrnehmung zu verdrängen. Bis zur Selbsthypnose. Es gibt psychologische Verfahren und physiotherapeutische Möglichkeiten“, erzählt Ursel Beckmann, die auch Vorstandsmitglied im SchmerzNetzwerk Hamburg ist. Dort versammeln sich Fachleute und Institutionen, die den Schmerzleidenden helfen beziehungsweise helfen wollen. Um Schmerzpatienten zu informieren wird SchmerzNetzwerk Hamburg am 28. September im Albertinenkrankenhaus in Schnelsen einen Tag für Patienten veranstalten. Unter anderen wird ein Neurologe vom Zentrum für interdisziplinäre Schmerztherapie über Nervenschmerzen sprechen.

Wer an Treffen der SchmerzHilfe Eppendorf teilnehmen möchte, meldet sich am besten bei Ursel Beckmann unter Telefon 0152/01 82 51 83 oder per E-Mail unter
ursel.beckmann@arcor.de. Weitere Infos: SchmerzNetzwerk Hamburg
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