Hilfe in Hamburg in schweren Zeiten

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Das Team von Charon: Bärbel Sievers-Schaarschmidt, Maria Jakesch, Annika Schlichting, Raili Koivisto und Anja Dose (v.l.n.r.) Foto: flü

Beratungsstelle Charon hilft Trauernden seit 26 Jahren

Von Miriam Flüß
Hamburg. „Es geht nicht nur darum, Antworten, sondern auch die richtigen Fragen mit jemandem zu finden“, sagt Anja Dose. „Mit Fragen muss man leben. Und eine gute Frage kann einen Menschen tragen.“ Die 56-jährige, groß gewachsene Frau mit der ruhigen, herzlichen Ausstrahlung gehört zu dem fünfköpfigen Team der Beratungsstelle Charon. Benannt nach dem Fährmann, der in der griechischen Mythologie die Verstorbenen über den Totenfluss in das Reich von Hades geleitete, finden Trauernde und Schwerkranke in den hellen, freundlichen Räumen im Winterhuder Weg 29 Begleitung und Unterstützung. „Ist der Verstorbene an einem guten Ort?“, ist eine Frage, die sich viele Trauernde bei Charon stellen. „Dahinter stehen die großen existenziellen Fragen: Wohin gehen wir? und Was ist der Sinn?“, sagt Anja Dose. Die Frauen des Charon-Teams sind ausgebildete Sozialpädagoginnen mit therapeutischen Zusatzqualifikationen. In der Beratungsstelle, die von der Hamburger Gesundheitshilfe getragen wird, begleiten sie die Fragen rund um Sterben, Trauer und Endlichkeit überkonfessionell. Vor 26 Jahren wurde Charon gegründet, Menschen zwischen 20 und 80 Jahren nehmen die Beratung in Anspruch. „Den Schwerpunkt bildet die Altersgruppe der 50- bis 70-Jährigen“, so Dose. Das Bedürfnis nach Begleitung ist groß. Wer sich an Charon wendet, wird innerhalb einer Woche zurückgerufen und erhält einen Termin für ein Erstgespräch. Ob und wie häufig der Trauernde wieder kommt, entscheidet er oder sie selbst: „Es ist keine Therapie und es gibt kein festes Setting“, betont Dose. „Oft kommt jemand nur einmal. Menschen brauchen die Bestätigung, dass sie mit ihrer Trauer auf dem richtigen Weg sind, auch wenn sie sich elend fühlen.“ Die Frauen von Charon wissen, dass Trauer in einer Wellenbewegung verläuft und nicht linear besser wird. Bis zum ersten Anruf in der Beratungsstelle vergehen oft sechs bis acht Monate. „Dann ist alles Organisatorische abgeschlossen, das soziale Umfeld zur Normalität übergegangen, aber der Schmerz will nicht weniger werden“, sagt Dose. Seit 2013 bildet die Trauer am Arbeitsplatz einen Schwerpunkt der Beratungsstelle. „Trauer kann man nicht an der Bürotür abgeben. Die Kollegen können nicht einfach weitermachen, aber die Arbeit muss weitergehen. Wir möchten dem Thema vor Ort einen legitimen Raum geben.“

Charon: Tel.: 22 63 03 00 oder info@charon-hamburg.de, die Beratung ist kostenlos
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