In Gemeinschaft feiern

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Gunda und Werner Lemke feiern in diesem Jahr schon zum zweiten Mal in der St. Matthäus-Gemeinde Heilig Abend. Senioren Café-Leiterin Andrea Trumpler (r.) empfängt sie gerneFoto: Hanke

Große Runde im Café von St. Matthäus

Hamburg. Andrea Trumpler hat alle Hände voll zu tun. Wie immer, wenn der 24. Dezember naht. Die Leiterin des Senioren Cafés im Gemeindehaus St. Matthäus steckt mitten in den Vorbereitungen zur Weihnachtsfeier für „alle, die in Gemeinschaft feiern wollen“. Da muss das Kaffeetrinken mit Stollen und das Essen vorbereitet werden. Das Programm steht längst. Es werden Weihnachtsgeschichten gelesen und Lieder gesungen. Aber in diesem Jahr hat sich Andrea Trumpler noch etwas Besonderes ausgedacht. Ein Spiel will sie den Gästen anbieten, damit die sich besser kennen lernen. Denn in diesem Jahr werden es besonders viele sein. Rekord sogar seit sechs Jahren, seitdem Andrea Trumpler die Weihnachtsfeier am Heiligen Abend organisiert. „Wir erwarten 30 Gäste. Im letzten Jahr kamen nur zehn“, erzählt sie. Dem WochenBlatt sei Dank. Die Nachricht von der Feier bei St. Matthäus war bis nach Barmbek gelangt. Plötzlich meldeten sich von dort auch jüngere Interessenten. „Die können gern kommen. Eine Mischung der Generationen belebt“, freut sich Trumpler.
Um 14 Uhr gibt‘s Essen
Das Fest am Heiligen Abend beginnt bei St. Matthäus um 14 Uhr mit einem verspäteten Mittagessen. „Dieses Jahr gibt´s ganz traditionell Kartoffelsalat mit Würstchen“, erzählt sie. Dann werden Weihnachtsgeschichten gelesen. Wenn die Runde allerdings ins Klönen kommt, will Trumpler nicht unterbrechen. Dann werden noch werden noch Kaffee und Stollen serviert und um 17 Uhr folgt der Gottesdienst in der Kirche. Christliche Bekenntnisse sind aber keine Voraussetzung für die Teilnahme. Nur anmelden musste man sich, damit Platz und Stollen auch reichen.

Unter Menschen kommen

Woher und warum kommen die Gäste dieser Heilig-Abend-Feier? Das Spektrum ist groß. Ein klares Bild ergibt sich nicht. „Sie kommen aus ganz Hamburg. Einige haben Bezug zur Gemeinde. Es sind oft alleinstehende ältere Menschen, aber es sind auch jedes Jahr wieder andere“, erzählt Trumpler. Gunda und Werner Lemke werden morgen zum zweiten Mal dabei sein. „Es waren sehr nette Menschen dort. Wir kannten sie nicht, aber es machte Freude, sie kennen zu lernen“, erzählt Gunda Lemke. Das kinderlose Paar war früher immer über Weihnachten verreist. Doch vor zwei Jahren erlitt Werner einen schweren Schlaganfall, lag drei Monate im Koma. Davon hat er sich gut erholt. Doch verreisen ging nicht mehr.

Gemeinsam zufriedener

Weil die Lemkes einige Angebote der St. Matthäus-Gemeinde wahrnehmen und gleich um die Ecke wohnen, gingen sie letztes Jahr am Heiligen Abend ins Senioren-Café. „Die Tafel dort ist sehr liebevoll dekoriert“, fand Gunda Lemke. In dem großen Raum für maximal 36 Personen steht natürlich auch ein Tannenbaum. „Ich finde es sehr wichtig, dass wir so ein Angebot machen. Gerade am 24. Dezember können Alleinstehende schon traurig werden. Ältere Menschen kommen an den Weihnachtstagen oft nie aus ihrer Wohnung“, erzählt Andrea Trumpler. Gunda Lemke bestätigt die Bedeutung wder Heilig-Abend-Feier: „Da geht man zufrieden und ausgeglichen nach Hause.“ (ch)
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