InterConti abreißen?

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Das Hotel InterContinental an der Fontenay schließt am 31. Januar. Foto: Hanke

Geht es nach der CDU, soll das Hotel ganz weg

Von Dr. Christian Hanke
Rotherbaum. Das Hotel InterContinental an der Fontenay schließt zum 31. Januar. Das Hotel befand sich schon seit Jahren in einer finanziellen Schieflage. Als anstehende Umbauten teurer wurden als erwartet, zog sich im Herbst 2012 ein entscheidender Geldgeber zurück, so dass für das Hotel Insolvenz angemeldet werden musste. Seit Oktober leitet Insolvenzverwalter Dr. Sven-Holger Unditz die renommierte Herberge, in der einst prominente Gäste aus allen Lebensbereichen abstiegen. Die Schließung des Hotels erachtete Undritz als unvermeidlich, weil notwendige Bauarbeiten bei laufendem Betrieb die Sicherheit von Mitarbeitern und Gästen gefährdet hätten.
Der Insolvenzverwalter verhandelt derzeit mit Kaufinteressenten aus dem In- und Ausland, von denen die meisten an der Fontenay wieder ein Hotel eröffnen wollen. Undritz ist überzeugt davon, „dass wir mit einem Investor handelseinig werden, der an die erfolgreichen Tage dieses Traditionshauses anknüpfen wird.“
Eine ganz andere, radikale Lösung strebt die CDU in der Bezirksversammlung Eimsbüttel an. Die für Rotherbaum zuständigen Christdemokraten möchten das 1972 erbaute, älteste Kettenhotel Hamburgs, abreißen lassen. „Eine Hotelnutzung wird hier nicht mehr ausreichend nachgefragt. Die Geschäfte der City sind zu weit weg. Daraus muss man die Konsequenzen ziehen“, nennt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Westenberger den Hauptgrund für den CDU-Vorstoß. Statt des Hotels sollten in der besten Alsterlage wieder Wohnhäuser gebaut werden, die hier vor dem Bau des InterConti gestanden haben. Dafür müsste allerdings der Bebauungsplan Rotherbaum 6 geändert werden, der für das Hotelgelände auch eine Hotelnutzung ausweist.
Das Gelände, auf dem das Hotel steht, gehört zum alten Fontenay-Besitz. Die Erben des britischen Kaufmanns John Fontenay, der hier zu Beginn des
19. Jahrhunderts eine von der Außenwelt abgeschlossene Siedlung errichtete, sind die Eigentümer in Form einer Stiftung. Sie beabsichtigen bereits seit Langem auf dem Hotelparkplatz Wohnungen zu bauen. Das Hotelgelände ist allerdings an die Familie Jahr verpachtet.
Für die Wirtschaftsbehörde stellt sich die Frage nach einer Nutzungsänderung nicht. „Es ist ein Hotelstandort und es gibt keine Hinweise, dass sich das ändern soll“, stellt Susanne Meinecke, die Sprecherin der Wirtschaftsbehörde, klar.
Die CDU wird in der nächsten Sitzung der Bezirksversammlung Eimsbüttel, am Donnerstag, 31. Januar, um 18 Uhr im Bezirksamt, Grindelberg 66 (12. Stock), trotzdem versuchen, die Nutzung des Hotelgeländes zu ändern. Der Antrag auf Abriss des InterConti ist schon formuliert. (ch)
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2 Kommentare
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Elke Noack aus Rahlstedt | 07.02.2013 | 10:56  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 07.02.2013 | 11:17  
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