Jugend-Paten gesucht

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Astrid Warning leitet die neuen sozialräumlichen Hilfen Nord/Mitte für die Alsterdorf Assistenz West

Wer hilft der Alsterdorf Assistenz West beim Helfen?

Alsterdorf. Wenn Daniel Kootz Familien oder Jugendlichen helfen will, dann verabredet er erst einmal einen Termin an einem neutralen Ort. „In den eigenen vier Wänden suche ich die Menschen erst auf, wenn Vertrauen aufgebaut ist“, erzählt der Mitarbeiter der Alsterdorf Assistenz West, eines Unternehmens der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Daniel Kootz hat Sonderschulpädagogik studiert, sich aber gegen den Schuldienst und für Sozialarbeit entschieden. Die meisten seiner Kolleginnen und Kollegen sind Sozialpädagogen. Kootz unterstützt Jugendliche, die sich weigern zur Schule zu gehen, Mütter, die mit der Versorgung ihrer Kinder überfordert sind, Familien mit Migrationshintergrund, die mit der deutschen Behördensprache nicht zurecht kommen.
Neuerdings auch für die sozialräumlichen Hilfen und Angebote (SHA) Nord/Mitte, einem Projekt, an dem sich unter der Leitung des Internationalen Bundes e.V. auch die Alsterdorf Assistenz West beteiligt. In bestimmten Gebieten, die aus mehreren Stadtteilen bestehen, so auch in der Region Alsterdorf, Ohlsdorf und Fuhlsbüttel, machen Sozialarbeiter und -pädagogen wie Daniel Kootz hilfsbedürftige Menschen auf Beratungsstellen vor Ort aufmerksam, die zu ihren Problemen passen.

Vom Jugendamt finanziert

Drei Monate lang begleiten die Sozialarbeiter diese Menschen, bauen Vertrauen zu ihnen auf, versuchen ihre Defizite zu erkennen und sie dahin zu bringen, am Ende der drei Monate selbst im aufgezeigten Sinne weiterzuarbeiten. Vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Alsterdorf Assistenz West sind in den sozialräumlichen Hilfen und Angeboten Nord/Mitte tätig, mit insgesamt eineinhalb Stellen. Insgesamt sind es zwölf Mitarbeiter mit vier vollen Stellen.
Daniel Kootz kümmert sich fünf Stunden in der Woche um eine Person, meistens um einen Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Gemeldet werden ihm hilfsbedürftige Jugendliche und Familien vom Jugendamt. „Die Maßnahme wird auch vom Jugendamt finanziert“, erzählt Astrid Warning, die Fachbereichsleiterin Kinder-, Jugend- und Familienhilfe bei der Alsterdorf Assistenz West. Jugendliche und Familien mit Problemen werden den sozialräumlichen Hilfen auch über die Netzwerke der Mitarbeiter gemeldet. Erste Erfolge stellen sich schon ein. Daniel Kootz ist richtig glücklich, wenn seine Klienten beginnen, ihre Probleme selbst in die Hand zu nehmen oder die Rückmeldung kommt, dass einer der Menschen, die er der passenden Beratungsstelle zugeführt hat, einen Ausbildungsplatz gefunden hat. Kootz organisiert auch Gruppenarbeit. Einigen männlichen Jugendlichen, die er vor allem betreut, wird vom Jugendamt Gruppenarbeit verordnet. Eine weitere Variante der
Jugendhilfe sind Patenschaften. Aber die laufen nur zähflüssig an. Astrid Warning beteuert, dass
es sich bei den Jugendlichen, für die Paten gesucht werden, nicht um Kriminelle, um gefährliche Jungs handelt. „Es sind Jugendliche, die zu wenig Zuwendung aus dem Elternhaus erfahren“, erläutert die Fachbereichsleiterin. Also alle können Jugendlichen helfen: Ein Anruf bei der Alsterdorf Assistenz West, Astrid Warning, unter Tel.: 35 74 81 22 ist der Anfang. (ch)
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