Junge Stimmen für eine alte Tradition

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Initiator Theodor Huß setzt sich für die Förderung des Singens an den Hamburger Schulen ein Foto: Gabriel

Schulchöre begeistern vor idyllischer Kulisse im Stadtpark. „Parkvilla“ öffnet

Winterhude „Wer von euch ist denn schon mal hier gewesen?“ Beinahe zaghaft erheben sich einige wenige Hände in den Himmel. Der Mann, der die Frage stellt, steht mitten im Getümmel und fällt durch seinen charmanten Strohhut auf. Kein Wunder, dass kaum jemand diesen Ort kennt, war er doch lange Zeit für die Allgemeinheit unzugänglich. Denn hier befand sich bis vor wenigen Jahren das alte Licht- und Luftbad aus den Anfangszeiten des Stadtparks.
Ein Frühlingssonntag im Stadtpark. Der Himmel ist wolkenverhangen, ab und zu fällt ein Tropfen. Auf den frischgrünen Wiesen, die durch Buchenhecken voneinander getrennt sind, laufen Kinder unterschiedlichen Alters aufgeregt hin und her. Überall liegen Picknickdecken, auf denen es sich Eltern und Geschwister bequem gemacht haben. Nur noch schnell ein Schluck Limonade, noch ein Foto mit der Handy-Kamera, dann heißt es für über 500 junge Sängerinnen und Sänger: Standort suchen, letzte Instruktionen erhalten und sich sammeln. In wenigen Minuten werden hier zehn Hamburger Schulchöre ihren großen Auftritt haben.
Der Mann mit dem Strohhut, das ist Theodor Huß von der Hamburger Schulbehörde. Gemeinsam mit seiner Kollegin Ruth Exter, an diesem Nachmittag ebenfalls auffällig „behütet“, hat er dieses Sonntagsvergnügen der besonderen Art organisiert. „Das Neue Hamburger Stadtparksingen greift eine schöne alte Tradition wieder auf. Im vergangenen Jahr haben wir sie am Stadtparksee erstmalig neu zum Leben erweckt“, erklärt Huß, der sich seit Jahren für die Förderung des Singens an Hamburger Schulen engagiert. „Der Stadtpark als 100-jähriges Kulturdenkmal ist der perfekte Ort für diese Veranstaltung“, schwärmt er. Huß bedankte sich neben dem Bezirksamt Hamburg-Nord auch beim Stadtpark Verein, der die Idee zur Premiere 2014 maßgeblich bewegt und den diesjährigen Standort angeregt hatte.
„Da ist noch ein bisschen mehr drin“, gibt Ruth Exter zu verstehen, nachdem die jungen Stimmen zu Beginn etwas zurückhaltend ertönen. Die Kinder lassen sich nicht lange bitten und drehen richtig auf, schmettern das „Tüdelband“ aus vollen Kehlen. Die Anwesenden sind begeistert. Das anfängliche Lampenfieber verfliegt, und bald man schaut man nur noch in strahlende Gesichter. Nach dem gemeinsamen Start verteilen sich die Chöre auf zwei Standorte und bieten eine Kostprobe ihres vielfältigen Repertoires. Zum Abschluss singen sie dann wieder zusammen. Theodor Huß verspricht freudestrahlend: „Im nächsten Sommer wird es eine Fortsetzung geben.“ Übrigens: Nur wenige Meter weiter, in der neu eröffneten Parkvilla, herrscht schon reger Betrieb. Das Café in Backsteinoptik öffnet im Juni zunächst am Wochenende. Es soll diesen Bereich zusätzlich beleben und dürfte bei den Parkbesuchern auf großes Interesse stoßen. (sg)
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