Kampf gegen Ebola

Anzeige
Blutproben aus der Testreihe werden in flüssigem Stickstoff eingelagert Foto: Hanke

UKE-Forscher entwickeln Impfstoff gegen Todes-Virus

Eppendorf Sensation am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE): innerhalb sehr kurzer Zeit hat ein Forscherteam einen potenziellen Impfstoff gegen das Ebola-Virus entwickelt, der gute Chancen hat in zwei Jahren als wirksamer Impfstoff gegen das tödliche Virus eingesetzt zu werden. Dem Virus waren in den letzten Monaten in Westafrika über 10.000 Menschen zum Opfer gefallen. „Wenn der Impfkandidat rVSV-ZEBOV, so die Bezeichnung des möglichen Impfstoffes, in zwei Jahren an die Bevölkerung verteilt werden könnte, wäre das revolutionär“, sagte Professor Ansgar W. Lohse, der Direktor der 1. Medizinischen Klinik am UKE, bei der Vorstellung der ersten Ergebnisse, um hinzuzufügen: „Was jetzt passiert ist, ist bereits revolutionär.“
Erst im November 2014 haben Professor Dr. Marylyn Addo, die die Forschungen nach dem Ebola-Impfstoff am UKE leitet, und ihr Team den Kampf gegen das todbringende Virus aufgenommen, – wie Kolleginnen und Kollegen an drei anderen Standorten, in Genf, in Lambarene (Gabun) und im keniatischen Kilifi. Die beteiligten Wissenschaftler sind Teilnehmer eines von der Weltgesundheitsorganisation WHO gegründeten Experten-Konsortiums mit dem Ziel einer raschen und koordinierten klinischen Testung von Impfstoff gegen Ebola in Afrika.
Alle vier Teams sind zu ähnlichen positiven Ergebnissen gekommen. „Die vorläufigen Ergebnisse zur Verträglichkeit und Sicherheit sowie zur Immunantwort auf den Impfstoff-Kandidaten sind vielversprechend“, resümierte Marylyn Addo bei der Vorstellung der ersten Ergebnisse. Am UKE haben sich 30 Freiwillige (von weltweit 158) den potenziellen Ebola-Impfstoff injizieren lassen. Weitaus mehr hatten sich gemeldet. Doppelt so viele Freiwillige hätten an dem Test teilnehmen können. „Der Impfstoff wurde gut vertragen“, erzählte Marylyn Addo. Nebenwirkungen wie Fieber, Kopfschmerzen oder Unwohlsein traten nur unwesentlich in Erscheinung. Die Leiterin der Studie sprach von einem „guten Nebenwirkungsprofil“. Vor allem aber hat die Testimpfung zur Bildung von Antikörpern geführt, die die Infektion durch das Ebola-Virus im Reagenzglas hemmen konnten. „Es macht Hoffnung, dass der Impfstoff einer breiten Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden kann“, freute sich Dr. Stefan Schmiedel, leitender Oberarzt am UKE für Klinische Infektiologie und Tropenmedizin, der in Sierra Leone die nahezu hoffnungslose Lage der Ebola-Patienten persönlich kennen gelernt hatte.
Um die akute Epidemie in Westafrika einzudämmen, kommt der Impfstoff-Kandidat allerdings trotz der schnellen Entwicklung zu spät. Immerhin sollen Kontaktpersonen von Ebola-Erkrankten, etwa rund 10.000 Menschen in Guinea, an einer weiteren Testreihe mit dem jetzt erarbeiteten Impfstoff teilnehmen. „Wir hoffen, dass der Impfstoff danach schon robuster, dauerhafter geworden ist“, gibt Professor Lohse einen Ausblick. (ch)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige