Keine wilde Hilde in Hamburg

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Die Little Free Library auf der Brücke am Alsterdorfer Damm ist der Lieblingsplatz von Hilde Lüders. Die Idee zur Mini-Bibliothek stammt aus den USA: Wer ein Buch rausnimmt, legt im Gegenzug eines rein

Wiedergewählte Chefin des Bürgervereins will vermitteln

Von Miriam Flüß
Hamburg. „Zur aktiven Mitarbeit im Bürgerverein kam ich übers Schnittchen-Schmieren für ein Vorstands-Treffen“, erinnert sich Hilde Lüders, deren Ehemann schon lange im Alsterdorfer Bürgerverein von 1990 aktiv war. Jetzt wurde die 76-Jährige zum zweiten Mal zur Vorsitzenden des Vereins gewählt.
Wo sieht sie in ihrem Stadtteil besonderen Handlungsbedarf, wo muss sich der Verein noch stärker engagieren? Das Wochenblatt traf die neue alte Chefin des Bürgervereins.
Für die hat das Stiften von Gemeinschaft für die meist älteren Mitglieder höchste Prorität. Auch die kulturellen Veranstaltungen, Tagesfahrten, Boule oder Teppich-Curling, die regelmäßig auf dem Programm stehen, findet sie großartig. Ihre Motivation für die Kandidatur liege jedoch ganz woanders, erklärt Lüders: „Der Bürgerverein war kommunalpolitisch gar nicht tätig und ich hatte viele Ideen!“ Ein Idealismus, mit dem sie viel bewegte, aber auch an Grenzen stieß. „Unser Ziel ist es, dass die Menschen hier zufrieden in einem intakten Wohnumfeld leben. Wir haben für den Milieuschutz in der Gartenstadt gesorgt. Viele Dachausbauten dort waren viel zu groß und die Buchenhecken, die an die ehemalige Knicklandschaft erinnern sollen, wurden einfach durch Zäune ersetzt.“

Entsetzen über Bauprojekt

Die Genehmigungen dafür wurden von der Bauprüfabteilung einfach vom Schreibtisch aus vergeben.“
Für die vielen Neubau-Projekte wünscht sich Lüders, dass die Bauprüfabteilung im Vorwege auf die Anwohner zugeht und „präventiv Gutachten vergibt. Viele Menschen sind entsetzt über das Bauprojekt Alsterdorfer Damm/Maienweg, für das viele alte Bäume abgeholzt werden.“ Lüders weiter: „Natürlich muss gebaut werden, aber dort entstehen teure Eigentumswohnungen, für die Sondergenehmigungen an Investoren vergeben werden.“ Auf viele der 192 Mitglieder des Bürgervereins wirke dies wie behördliche Willkür: „Die Menschen sind frustriert und fühlen sich hilflos.“
Hilde Lüders möchte zwischen Bürgern und Behörden vermitteln: „Es kann viel getan werden, um Streit zu vermeiden.“
Der ehemaligen technischen Übersetzerin, die bis vor sechs Jahren als Fraktions-Geschäftsführerin der CDU tätig war, sind Neutralität und Überparteilichkeit wichtig.

HVV-Anbindung nervt

Der Bürgerverein informiert die Mitglieder über aktuelle Themen aus der Stadtteilkonferenz wie die aktuelle Situation in der Jugendnothilfe Feuerbergstraße oder den Bebauungsplan Alsterdorf 22. Ein besonderes Anliegen ist derzeit die HVV-Anbindung: „Im Stadtpark fährt der letzte 179er um 19.30 Uhr, auch vom Alsterdorfer Markt kommen wir abends nicht weg – wir werden richtig ferngehalten!“ Noch weist der HVV eine Fahrplanänderung ab, aber Hilde Lüders gibt nicht auf: „mit Beharrlichkeit haben wir auch den Überweg zur Seniorenresidenz Alsterpark durchgesetzt!“.
Im Stadtteil ist der Bürgerverein etabliert. „Wir möchten aber noch mehr junge Mitglieder gewinnen“, wünscht sich Lüders.
Gelegenheit, den Bürgerverein und seine Mitstreiter kennenzulernen gibt es am 30. April, um 19 Uhr, in der Seniorenresidenz Alsterpark bei einem Vortrag über James Cook.
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