Kinder machen Politik

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Freuen sich darauf, dass die „Partizipia“ endlich in See sticht: Paul (12, Emilie-Wüstenfeld-Schule), Linah (18), Alina (16) und Anton (18) (alle Ida-Ehre-Stadtteilschule) (v.l.).Fotos: Hanke

Projekt „Partizipia“ erfolgreich gestartet

Grindel. Jetzt wird es ernst mit der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Kommunalpolitik im Bezirk Eimsbüttel. Im Park hinter dem Foyer des Bezirksamtes Eimsbüttel am Grindelberg wurde kürzlich die entscheidende Phase des Projekts „Partizipia“ bei Kaffee, Kuchen und kalten Getränken eingeleitet.
Neben beteiligten Mitarbeiterinnen des Bezirksamtes und Kommunalpolitikern war auch Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke erschienen, der sich über die „Jungfernfahrt“ der Partizipia, so die maritime Lesart des Projekts, sichtlich freute.
Seit zwei Jahren wird im Bezirk Eimsbüttel die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Politik mit Tingeltouren der Kommunalpolitiker durch die Schulen des Bezirks, mit der Fortbildung von interessierten Kindern und Jugendlichen an Politik und mit der Bildung von Jugendforen in vier Gebieten des Bezirks gefördert. Auf diesen Jugendforen, den ersten schulübergreifenden Diskussionsveranstaltungen überhaupt, wurde der Wunsch nach Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Politik laut.
Jugendausschuss
Die wird in den kommenden Monaten mit der Wahl von Crews, die Begriffe bleiben maritim, eingeleitet. Über Jugendforum, Schülerrat und Klassensprecher gelangen die Informationen über das Wahlverfahren zu den Schülerinnen und Schülern, die für die Crews kandidieren und gewählt werden können. Crewmitglieder werden dann ihren festen Platz in den Regionalausschüssen haben, deren Fraktionen Ansprechpartner für die Jugendlichen benennen.
Außerdem soll ein reiner Kinder- und Jugendausschuss eingerichtet werden. Ende August werden die Jugendforen tagen. Die Vertreter der weiterführenden Schulen aus Harvestehude, Wilhelm-Gymnasium, Helene-Lange-Gymnasium und Ida-Ehre-Stadtteilschule, bilden dabei eines der vier Jugendforen.
„Die Politiker waren sehr freundlich. Sie haben mit uns geredet, Wir haben viel von ihnen, aber sie haben auch von uns gelernt“, fasste die 16-jährige Alina von der Ida-Ehre-Stadtteilschule ihre Erfahrungen der letzten Monate zusammen und erzählte auch, dass es gar nicht „uncool“ ist, sich mit Politik zu beschäftigen.
Kompromisse
Die Mitschüler waren zumindest ziemlich neugierig, was ihre Klassenkollegen da mit den Politiker so machen. „Es gibt aber eine Hemmschwelle, was Politik angeht. Viele schrecken zurück, aber das Interesse ist da“, hat Alina beobachtet.
Die Kommunalpolitiker waren tief beeindruckt von dem Interesse, das ihnen Schülerinnen und Schüler plötzlich entgegenbrachten. „Wir freuen uns auf dieses Projekt.
Es ist wichtig, dass bei den Jugendlichen ein Verständnis für Politik entstanden ist“, sagte Mechthild Führbaum, die Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Eimsbüttel. Bald werden sie und die Jugendlichen sich im Kerngebietsausschuss gegenübersitzen.
Dann wird es um die Anliegen der Jugendlichen gehen, denen sich die Kommunalpolitiker widmen wollen. Wie man die durchsetzen kann, weiß Alina schon: „Man muss hartnäckig bleiben, aber Kompromisse eingehen können.“ (ch)
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